ColdCell – Those

www.facebook.com/coldcellofficial

Erscheinungsjahr: 03.11.2017

Czar of Crickets Productions / CD / Atmosphäre Black Metal / Schweiz / 08 Songs / 54:38 Minuten

Oha, starker Tobak, der mir hier angeboten wird, muss ich schon sagen, aber mal von vorne an.
ColdCell Wurde 2012 aus der Asche von Atrias, einem Basler Black Metal Urgestein, gegründet.
2013 erschien dann das Debut namens Gravity Abomination bei Gravity Entertainment und 2015 das Nachfolge´werk “Lowlife” via Avantgarde Music.
Mittlerweile ist man Czar of Crickets Records gelandet und nun also Album Nummer 3.

Langsam und schleppend geht es bei “Growing Girth” los. Ein langgezogener Part, sehr düster. Dann die grimmigen Vocals drauf und die Drums setzen im langsamen Midtempo an. Sehr avantgardistisch und atmosphärisch geht man zu Werke, bevor man die Blastbeat Kelle herausholt, dabei aber auch immer irgendwie atmosphärisch bleibt. Synthie Passage setzt ein und bringt einen kleinen psychotisch angehauchten Touch in die Angelegenheit. Danach schleppt man sich krank durch die Botanik, wobei man den Gesang mit ängstlichen Screams untermauert. Klingt gut und wirklich bedrohlich.
Danach gibt es wieder ordentlich was auf die Glock. Schönes, schnelles Tempo.Am Ende wieder psychotisch.

Wie gesagter, starker Tobak, zumal ich ja auch eher den Death Metal zugeneigt bin und wenn Black Metal, dann straight und direkt ala Marduk.

“Entity I” geht teilweise am Anfang in die psychedelische Ecke und scheppert so vor sich hin. Klingt teilweise episch und atmosphärisch, ist aber dann relativ schnell zu Ende.

“Seize the whole” kommt mit einem schönen, cleanen Anfangspart daher. Herrlich verträumt, episch und im Hintergrund auch bedrohlich. Diese Beharrlichkeit endet nach einer Minute und typisches Black Metal Geschredder setzt ein, gepaart mit Blastbeatattacken. Sehr feiner Übergang. Dann wechselt man in einen langsamen Mittelpart, um diesen wieder wegzuballern. Das Tempo wird schön hoch gehalten, gefällt mir gut. Wechsel wieder in einen langsam vorgetragenen Part. Die Doublebass klingt sehr fett dabei.Der Part zieht sich aber meine Erachten zu lang hin, auch wenn der Gesang sich ändert. Am Ende kommt wieder die Vernichtungskelle. Halleluja!
Komischer Aufschrei und mit bedrohlichen Klängen und Glockenschlägen endet das Stück.

So haut sich der Meister durch das ganze Album durch. Das der gute Atrias nicht erst seit gestern Black Metal hört und auch macht, hört man an jeder Ecke dieses Albums.

Die Mischung knallt ganz ordentlich, denn Langeweile kommt nie auf, dafür sorgen die Geschwindigkeitswechsel. Langsamen, mittelschnelle und schnelle Parts stehen in einem guten Verhältnis zueinandern. ColdCell mischen Doom, psychotisch-psychedelische Synthie Passagen, Industrialklänge und Elemente aus dem Rock ( Wie sie es nennen “Swiss – Germany Extreme Rock`n Roll ) miteinander. Diese Melange wird zum atmosphärischen Black Metal beigetragen und fertig ist der Stil von ColdCell. Weit ab vom Mainstream, aber auch nicht total ausgewimpt.

COLDCELL ist wirklich ein gutes atmosphärisches Black Metal Album gelungen. Ich werde dadurch aber sicherlich nicht zum großen Black Metal Liebhaber, aber ich muss sagen, dass mich das Album auf seine Reise mitgenommen hat. Wer auf diese Art von Musik abfährt, wird die Band eh lieben und sich das Album holen. Und das zurecht.

Track:
01. Growing Girth
02. Entity I
03. Seize the whole
04. Tainted Thoughts
05. Sleep of reason
06. Entity II
07. Drought in the heart
08. Heritage

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Father Befouled – Desolate Gods

https://www.facebook.com/FatherBefouled

Erscheinungsjahr: 23.06.2017

Dark Descent Records / CD / Death Metal / USA / 8 Songs / 30:09 Minuten

Die Amis von Father Befouled waren mir bis dato kein Begriff, muss ich ja zugeben. Seit 2007 sind sie nun auch schon dabei und beackern hier ihr viertes Album, welches

via Dark Descent Records auf die Menschheit losgelassen wird.

Kurz mal auf das Line-Up geschaut und schon sieht man ein bekanntes Gesicht. Drummer Wayne Sarantopoulos dürfte den ein oder anderen Maniac ein Begriff sein, denn der

Bursche ist viel unterwegs (Black Pentagram Cult, Cauldron Burial, Ekthros, Encoffination, Gloomed, Messial, Tombstones, Howling, ex-Foreboding, ex-Ghoulgotha, ex-

Loathsome, ex-Scaremaker, ex-Shrouded, ex-Skulleton, ex-Beyond Hell, ex-Decrepitaph, ex-Festered, ex-Skincrawler, Bastard Cross, Beware!, Procreant, Reeking Filth,

Scum Bitch, Stone Evil, ex-Wooden Stake, ex-Eternal Suffering).

Auch Gitarrist und Sänger Justin Stubbs kennt man zu mindestens von Encoffination, den Doom Deather aus Atlanta.

Das Quartett aus Atlanta zieht alle Register und folgt der Spur des Death Metals. Mittlerweile ist ja der old school Death Metal angesagt, aber dieser Spur folgen sie

nicht, sondern der zweiten Richtung, die Aufsehen erregt. Die Rede ist vom modrigen Death Metal, der in den letzten Jahren immer mehr in Mode gekommen ist. Autopsy als

old school Vorreiter wird es freuen.

Wie gesagt, ich kannte die Band vorher nicht und wenn man sich ältere Reviews durchliest, werden sie immer wieder mit Incantation verglichen.

Dieses ist wohl auch der Fall, aber auch Klänge von Morbid Angel sind zu hören. Aber natürlich sind die mobiden Klänge klar im Vordergrund.

Nach dem Intro “Exsurge Domine” bietet “Offering Revulsion” gleich die absolute Dröhnung. Fies und düster kommt es aus den Boxen gekrochen, zerstörend und auch wütend.
Trotz des nicht gerade hohen Geschwindigkeitsfaktor klingt mal absolut brutal und aggressiv, so wie es sein sollte.

Richtig Fahrt nimmt man aber quasi erst so richtig in der zweiten Halbzeit des Albums auf. Die Riffs werden immer langsamer. Slowmäßig, beinahe Doommäßig kommen Songs wie “Ungodly Rest” oder “Divine Parallels” aus den Boxen gekrochen. Schnecken auf Speed sind hier unterwegs, die aber total finster drauf sind.

Dabei vergisst man zum Glück aber nicht, dass man eben Death Metal spielt und keinen Doom. Knappe Ergüsse erheitern den brutalen Fan, führen einen aber dann auch wieder auf den dunklen Weg zurück, der schwer und schleppend ist.

Erinnert mich teilweise an Grave Miasma, denn hier und da sind auch Einflüsse aus dem Black Metal zu hören.

Schmerz und Dunkelheit ist zu jeder Zeit spürbar und der rauhe Death Metal macht zu jeder Zeit “schlechter ” Laune, so wie es sein soll. Schon cool. Ich habe diese Promo auf dem Weg zum Graveland Festival in Holland gehört. Dort spielten Bands wie Blood Incarnation und Specral Voice. Wie passend. Eine gute Einstimmung und auf dem Rückweg eine gute Abrundung, wobei mir Desolate Gods fast noch besser gehört.

Der Rausschmeißer und CD Namensgeber ist der absolute Kracher auf diesem Album. Hier ziehen sie noch einmal alle Register.

Gemischt und gemastert wurde der Spaß von Cruciamentum`s Dan Lowndes. Gutes Ding.

“Desolate Gods” ist ein gutes, rauhes und morbides Death Metal Album mit schönen Geschwindigkeitswechseln geworden. Man kommt zwar an Bands wie Incantation, Cruciamentum oder Grave Miasma nicht heran, trotzdem rumpelt und knallt es ordentlich an allem Ecken.

Tracks:

1. Exsurge Domine (Intro) 01:46
2. Offering Revulsion 04:53
3. Mortal Awakening 03:27
4. Exalted Offal 03:31
5. Ungodly Rest 05:18
6. Divine Parallels 03:33
7. Vestigial Remains of… 03:16 instrumental
8. Desolate Gods 04:25

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Damnation Defacecd – Invader from beyond

Release:06.10.2017

Apostasy Records / CD – LP / Death Metal / Deutschland / 11 Songs / 42:25 Min.

Bereits 11 Jahre gibt es schon die Band “Damnation Defaced”.Das Quintett stammt aus Czelle / Niedersachen und kommt sehr stabil daher. Lediglich die Gitarrenposition wurde getauscht. Dieses hatte 1 Demo, 2 EP´s, ein Compilation und 2 Alben zur Folge.Man wechselte von Kernkraftritter Records zu Apostasy Records, um einen Schritt nach vorne zu machen und nun kommt also Album Nummer 3.

Hm, da haben die Burschen im Vorfeld nichts anbrennen lassen. Aufgenommen im Institut für Forschung in Hannover, Mix und Master ( der Reviewer kniet gerade ) bei Dan Swäno. Juanjo Castelliano ( Vomitory und Revel in Flesh) fertigte nach Angaben der Band. Also schon einmal sehr viel richtig gemacht.

Die Jungs legen also eine Schippe drauf. Liegt bestimmt daran, dass nun mein Kollege Lutz Neemann, natürlich Osfriese und bekannt von Battue und The Damnation, an der Gitarre dabei ist ( Schon seit 2012). Man weiß es nicht. Mal sehen, was die Musik so mit sich bringt.

Mit “NIOM: 004D004F0049004E”, dem sphärischen Intro, scheint man die Alienankunft hervorzubeschwören. “Goddess of Machines” eröffnet dann das eigentliche Weltraumspektatkel.Sehr zukunftsorientiet. Die Vorgängeralben ließen solche Vermutungen ja schon zu und Damnation Defaced scheinen jetzt ihren eigenen Stil gefunden zu haben. Ist ja immer gut, wenn man was eigenes kreiirt.
Eigenständigkeit hat aber meistens ihren Preis und dann hören wir mal, ob die Burschen mich mit auf die Zukunfstreise nehmen können. Gewollt und auch gekonnt verarbeiten sie ihre Texte in musikalische Klänge um. Sehr futuristischer und sphärischer Sound, der einen entgegenkommt und alles unter dem Mantel des Death Metals. Es gibt sicherlich schlimmeres, würde ich sagen!

Der Opener kann schon einmal was. Schön brutal kommen die Riffs aus den Boxen geknallt und zelebrieren den eingeschlagenen Weg und kombinieren die Richtungen. Melodisch klingt es, welches überwiegend von den Keyboard Samples erzeugt wird. Fachgerecht und Genretreu kommt das Growling oben drauf und der gute Sound gibt den Rest. Gutes Teil.

Schnell und melodisch, dieses ist ja meistens so ein Problem. Der Nachfolgesong:”Invader from beyond”, der Titeltrack, erledigt dieses ohne Probleme und stellt somit für mich das Highlight des Albums da. Trotz der Komplexität schön straight und nachvollziehbar. Läuft.

Das Futuristische Grundthema wird auf dem ganzen Album beibehalten. Dabei gehen die Burschen sehr bedacht vor. Während andere sich 08/15 mäßig auf old schoolige Death Metal Pfade bewegen, verstehen Damnation Defaced ihren Death Metal anders.

Der Death Metal existiert quasi in Form der Brutalität und in Form des Gesangs. Ansonsten bietet man viel Atmosphäre. Elektronische Einsprengsel, Keyboardklänge, melodische Solis – diese Elemente verkörpern das Schaffen der Band. Diese nicht gerade genretypischen Elemente erzeugen eine ganz eigene Atmosphäre und bringen eben die Eigenständigkeit mit sich, die ich angesprochen hatte.

Songs wie “Invader from beyond”, “Marc Cain” oder “The Creator`s Fall” können da absolut überzeugen.

Sobald der vorhandene groovige Death Metal aber beinahe ein wenig “poppig” klingt, ist echt nicht mehr meins, so wie bei “The key to your voice” oder “All comes to its end”. Ist natürlich Geschmackssache, aber für mich ist es dann zu viel Kreativität.

Ansonsten sind die Songs aber absolut zugängig, denn die eingesetzten Mitteln halten sich eher zurück und unterstützen den Death Metal nur.

Wer Death Metal mag, auf Abwechslung steht und ein wenig spacige Themen liebt, der sollte sich Damnation Defaced reinziehen.

Tracklist:

NIOM: 004D004F0049004E
Goddess Of Machines
Invader From Beyond
Mark Of Cain
The Observer
The Key To Your Voice
Rendezvous With Destiny
All Comes To Its End
Back From Apathy
The Creator’s Fall
Embraced By Infinity

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