Keitzer – Ascension

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Erscheinungsjahr: 28.10.2016

F.D.A.Rekotz / CD + Download / Death-Grind / Deutschland / 12 Songs / 46:07 min

Was ist denn nun kaputt. F.D.A.Rekotz und kein old school Death Metal? Und das ist zweifacher Form? Neben der neuen Incarceration bringt das ostdeutsche Label nun auch die neue KEITZER heraus und besonders für Frontsau Christian freut es mich. Der Mörserbursche macht seine Sache aber auch sehr gut, schon einmal vorweg.KEITZER dürfte jeden Undergroundfreak, der was auf sich hält, bekannt sein, keine Frage. Die Combo aus Stadtlohn/Münster/Essen, die zu 3/5 aus Mitglieder der Band “Androphagous” besteht, sind bereits seit 1999 dabei und haben das ein oder andere Konzert gemetzelt. Der Basser Simon ist der Begründer des Labels “7 degree Records”. Nur am Rande. Hier sind Leute unterwegs, die wissen, was sie wollen und Spaß an ihrer Musik ohne Ende haben. Das sechste Album erscheint nun bei dem mittlerweilen bekannten Label F.D.A.Rekotz. Sehr schön.

Gleich der Opener “We will drown all of you in blood” haut mich aus den Socken. Als alter Liebhaber des Death/Grinds muss mich das natürlich frohlocken. Die schnelle, beinahe schon melodiösen Riffs treffen dich ins Mark. Das Drumming blastet Dir den Schmalz aus den Ohren. Schnell, präzise und vernichtend. Sehr geil. Passt auf dem Punkt und macht Laune. Der doppelte Gesang ist ebenfalls ein Highlight. Tiefe Vox treffen auf aggressive Screams. Da bleibt kein Auge trocken. Das Ding geht runter wie
Öl, überrollt einen und glänzt mit einen geilen Refrainpart, den sofort mitgröhlen kann:”We will drown all of you in Blood”.
Im Grunde steht dieser Song für das gesamte Album, welches ich durchaus als “gelungen” bezeichnen würde, vor allem, wenn man auf schnelle Parts abfährt. Schleppend und mit durchdrehender Doubelbass können sie aber auch. Vieles gleicht sich, allerdings bieten sie immmer wieder kleine Schmänkerl mit an.
So wie bei dem zweiten Song:”Ascension”. Alles ist ruhig und Christian schreit aggressiv einen raus:”Time has come to see the world burning, do us a favour and kill yourself”. So sieht es aus. Musikalisch geht s in Richtung des Opener.
Damit man durchgehend vernichtet wird, bietet man ein wenig Abwechslung. Ritual ist ein langsames orientalisch klingendes Instrumentalstück.
Mit ” Conquistador” zeigt man, dass man teilweise sogar atmosphärisch und beruhigend klingen kann, ohne auf ein gewissen Härtegrad verzichten zu müssen. Kommt geil. Das nachflgende “Black silent Tides” überrollt einen wieder und fährt wieder mit einen fetten Refrainpart ala Nile`s “Black seeds of Vengeance” auf. Lecker!
Am Ende hin geht, so finde ich, Keitzer ein wenig die Puste aus, trotzdem ist das Material noch gut, kann aber mit der Stärke der ersten beiden Kracher mithalten,KEITZER ist mit “Ascension” ein geiles Death/Grind Brett gelungen. Schnelle Killerriffs, treffen auf zerstörende Drums und megafetten, aggressiven Vocals, verpackt in einer mordsmäßigen Produktion. Ich würde das Album kaufen!

keitzer

Tracks:
1. We Will Drown All of You in Blood
2. Ascension
3. Peace Was Never an Option
4. Übermensch
5. Ritual
6. Vengeance
7. Salvation
8. Conquistador
9. Black Silent Tides
10. Origins of Madness
11. Enemies of Existence
12. Wolves Among Us

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Incarceration – Catharsis

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Erscheinungsjahr: 28.10.2016

F.D.A.Rekotz / Cd-LP-Download /Death Metal / Deutschland / 10 Songs / 30:12 Minuten

Wer INCARCERATION kennt und nicht vor die Bühne rennt, hat die Metalwelt verpennt. Oha, die Einstiege werden auch immer mieser, mag wohl daran liegen, dass wir Samstag morgen haben, ich gestern nur ein Bier hatte, ich aber total wenig geschlafen habe. Zumindestens war das Bier ein Astra und damit bekomme ich wieder denn Dreh, denn Astra wird in Hamburg produziert und aus der Hansestadt kommen eben auch INCARCERATION.
Der gute Daniel “Duracell” Silva ist vor Jahren aus dem kalten Brasilien ins sonnige Hamburg gezogen (oder so ähnlich) und schnappte sich die Burschen Björn Freese und Michael Koch. Man schreibt das Jahr 2010 und nach einer Split und der Granatentittistarken Ep “Sacifice” kommt nun das Album via F.D.A.Rekotz
Schon fast hypnotisch, ja psychodelisch geht es mit “The Beckoning ” los. Ein zermürbendes Intro. Allerdings bricht dann mit “Evoking the Possession” die Hölle aus. So muss es sein und deswegen mag ich die Band so sehr. Straight forward Death Metal in die Fresse. Knaller Riffs, schnelle und präzise Drumvernichtungsparts und deathmetaluntypische Screamvocals mit Hall. Durch die Knallerproduktion, die wieder mal mein Kollege Uken (Soundlodge Studio) gezaubert hat, ist der Hall nicht so auffallend und dieses finde ich besser. Kommt fett. Man sitzt auf der Couch, weiß ja, dass es abgeht, da man die Band kennt und wird wieder von einem D-Zug im eigenen Wohnzimmer überfahren.
Mit “Devouring Darkness” beweist man aber, dass man auch Songs wirklich schreiben kann, die intensiv sind. Ein geiles Death Metal Riff word am Anfang langsam zelebriert und Michael betont Drumtechnisch so herrlich. Das Riff ist schon fast atmosphärisch und hätte auch von meinen Kumpels “Nailed to Obscurity” kommen können. Doch es muss so kommen, wie es kommen muss. Nach 55 Sekunden ist der Spuk vorbei. Vorspieler, ab dafür und langer Schrei drauf. Auf die Fresse ist angesagt und abgehen, bevor man dann nach 1:40 in einen groovigen Uftatapart gehen. Bei INCARCERATION sind aber eben auch die Grooves mit sehr viel Adrenalin versehen und Power, Wahnsinn. Auch ein sehr geiler Song, der auf und vor der Bühne sehr viele Haare zum schütteln bringen wird.
“Infernal Suffering” legt dann wieder mordsmäßig los. Schnelles Riffing, schnelles Drumming und Daniels schneller Gesang. Incarcerations Merkmal und absolutes Wiedererkennungszeichen. Eine Band, die eben sehr eigenständig klingt. Das langgezogene Riff in der Mitte, herrlich.
Bei “Chaos and Blasphemy” gönnt man den zerstörten erstmal eine Pause, obwohl man aufgrund des aggressiven Drumming von Michael bangen muss, bis der Notarzt kommt. Nach 80 Sekunden ist dann wieder Schluß mit Lustig. Der Song erinnert aufgrund der Refrainart besonders an meinen Lieblingssong von Ihnen:”Forsaken and Forgotten”. Mittendrin noch ein Mörderriff und nichts anderes als die totale Vernichtung erwartet euch, ARGH! Für mich definitiv eines der Highlights des Albums, auch wenn Daniel
es nicht so sieht. Mir doch egal, hehe. Brett!
“Purification” nimmt wieder das Thema des Intros auf und ist genau plaziert. Man kann so mal kurz verschnaufen und ich kann meinen schon fast kalten Kaffee weiterschlürfen und schauen, was weiterkommt. 80 Sekunden Pause und weiter
Bei “Obssessed by death” fliegt wieder mal die ostfriesische Milchkuh! Keine Frage. Kurze Drumschläge und zerstören. Daniel singt noch schneller wie sonst und macht mich damit komplett fertig. Irgendwie kommt der schnelle Part nicht so gut, bis man nach 80 Sekunden in einen Midtempogroover wechselt. JAJA; geil. Bangen , bangen und bangen und dann ein Soli rüber. Da merkt man wieder, dass der Daniel ein großer Slayer Fan ist. Lecker Ding mit guten Refrainpart!
Nun folgt der andere beste Song dieses Albums. Argh. Wieder lullt man den Zuhörer erst ein und dann singt Daniel das, was sie verbreiten. Chaos, Chaos,Chaos!
Wieder mal auf die Fresse mit Mörderriffs versehen. So muss es sein. “Chaos!!!!!!!!”,”Chaos!!!!!!”,”Chaos!!!!!”Slaves of pestilence chaos”, “Slaves of pestilence death “. Dann kommt der geniale Mitbangpart, den Michael herrlich mit einer Betonung einleitet und ich sehe mich schon wieder in der ersten Reihe total zerstört. Logisch! Genial. Ich habe einfach nur Laune.
“Resignation ist wieder ein kleines Intro und mit “Into the blackest Void” folgt wohl das songwriterisch ausgefeilste Song der Band. Man nimmt quasi “The Beckoning” wieder auf und bietet atmosphärischen und dunklen Death Metal. Schön bedrohlich klingt der Gaudi! Natürlich bleibt es nicht so. Nach 2 Minuten. Tempoerhöhung, Vorspieler, 1.2.3 und ab dafür. Burner. Auch ein fettest Teil, zumal im Zusammenhang mit dem Openern einen komplexen Abschluß findet. Die rasselnde Doublebass von Michael auf dem ansonsten schleppenden Part ist hier besonders zu erwähnen. Daniel singt da mal so richtig böse rüber und am Ende geht man wieder in die atmosphärische Schiene. Sehr fett! Incarceration und ein sieben Minuten Song. Wird wohl kein Dauerzustand werden!
INCARCERATION gibt mir genau das, was ich erwartet habe. Ein ehrliches Highspeed Death Metal Album! Alle mein Erwartungen haben sich erfüllt und ich bin zur keiner Sekunde enttäuscht worden. Wer die Hamburger noch nicht live gesehen hat, sollte dieses schleunigst nachholen.
Wichtig ist mir noch zu erwähnen, dass man das Trio nicht auf Daniel beschränken sollte. Der Bass von Björn ist so schön drückend und erzeugt Energie. Insbesondere aber das Drumming von Michael Koch prägt die Band zumindestens genauso wie das Riffing von Daniel!
Ich habe die Band schon öfters nach Ostfriesland geholt und im November 2016 sind sie mit diesem neuem Album wieder dabei. Beim letzten Besuch in meinem Haus hatten alle einen dicken Schädel und Daniel musste unbedingt die “Reign in Blood” hören. Sein Ziel war es, ein “Death Metal Reign in Blood” zu schreiben. Gelungen ist es ihm noch nicht, aber dafür haben INCARCERATION ein mordsmässiges Album rausgehauen.
PFLICHTKAUF für alle, die auf Ehrlichkeit, schnellen, intensiven und straighten Death Metal stehen. Horns up! Ich freue mich jetzt schon auf November. So und nun noch mal die Repeattaste und CHaos!Chaos!Chaos!

incarceartion

Tracks:
1. The Beckoning
2. Evoking the Possession
3. Devouring Darkness
4. Infernal Suffering
5. Chaos and Blasphemy
6. Purification
7. Obsessed by Death
8. Neverending Agony
9. Resignation
10. Into the Blackest Void

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Age of Woe – An III Wind Blowing

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Erscheinungsjahr: 14.10.2016

War Anthem Records / CD – LP / Death-Doom-Crust / Schweden / 7 Songs / 36:01 Minuten

Ich bin immer wieder begeistert und erstaunt, wieviele Bands aus Schweden kommenn und wieviele geile Musiker. Sicherlich haben mehrere Musiker auch mehrere Bands, aber trotzdem hat dieses Land ein extremes Potential. Kälte und selbstgebrannter Alkohol scheint die Sinne anzuregen. Sicherlich liegt es auch daran, dass in diesem Land die musikalische Früherziehung groß geschrieben und die Kreativität von Kindern gefördert wird.Sei es drum
AGE OF WOE ist halt wieder so eine Kapelle, die es drauf hat. Diese Quintett spielt seit dem Jahre 2010 zusammen und sind relativ unverbaucht. Lediglich der Sänger und Drummer haben in anderen Combos gespielt und diese sind recht unbekannt. Jung und unverbraucht sozusagen. Nach einer EP, einem Full Length aus dem Jahre 2013 und einer Single hat War Anthem Records die Qualität der Band erkannt und nun erfolgt Album Nummer 2.
Die sieben Songs umfassende Zerstörung wurde live im heimischen Elementstudion unter der Leitung von Carlos Sepulveda (Leather Nun, Psycore,etc) und Linus Andersson (Goat, Yuri Gagarin, etc) aufgenommen, das Mastering stammt von Brad Boatright (Sleep, Nails, Obituary, Yob etc).Eine gute Entscheidung, denn die Produktion erzeugt einen unheimlichen Druck.
Ob das Material mich auch live umhauen wird, kann ich nicht sagen, aber auf Scheibe funtioniert es auf jedenfall. Ein wenig Zerstörung bitte? Hier ist sie. Die Band ist schwer musikalisch einzuordnen und ist fernab von jeglichem schwedischen Standard. Weder Göteborg oder Stockholm wird hier abgekupfert. Okay, Einflüsse von Entombed sind sicherlich vorhanden, diese sind aber nicht maßgeblich für den Sound der Combo. Was sagt das Label? “Die Band verbindet die Rohheit von Entombed, die Zügellosigkeit von Wolfbrigade, die Atmosphäre neuerer Amebix und die Detailverliebheit von Tau Cross”. So sieht es aus und ist so ziemlich auf den Punkt gebracht.
Eine schöne und kranke Mischung aus Death, Doom und Crustcore.Ein bißchen D-Beat, Hardcore und auch Punk sind auch am Start. Über dem ganzen schwebt aber diese bedohliche, schwarz angehauchte und düstere Atmosphäre, die einen absolut in den Bann zieht. Hört euch mal das Ende von “Heavy clouds” an. Ein trauriger, doomiger und angteinfloßender Part, der quasi von nachfolgenden Song “Heaven Burns to Cinder” thematisch mit aufgenommen wird.
Der Opener:”Voices of the unheard” spiegelt das Gesamtkonzept aber auch ganz gut wieder. Bedrohlicher Anfang, langsam und vernichtend, geht in einen Schwedenpart und einen Crustpart, technisch anspruchsvoll, aber nachvollziehbar und mit Kopfnickerparts. Die Vocals sind zwar Death Metallastig, aber werden punkig vorgetragen. Hier und da an Totenmond erinnernd. Der Opener ist schon der “einfachste” Song auf dem Album, welches man nicht eben so nebenbei hören sollte. Ich habe das Album wie immer drei Mal durchgehört und sehr kleine Details sind zu vernehmen. Ich habe sicherlich noch nicht alles vernehmen können. Auch der zweite Song kommt doomig aus den Boxen
gekrochen, bietet Tempiwechsel und vor allem variables Drumming und geile Riffs. Lecker Ding. Die Burschen sind weit davon entfernt, 08/15 Material anzubieten.
“III Winds” kommt mit einen schönen und Midtempolastigen Uftata Part daher und klingt dann schon nach neueren Entombed und macht absolut Laune. Auch hier muss man sich das Riffing und Drumming genau anhören. Sehr fett. Die Burschen bieten beim Gesangspart nachvollziehbare Kost an und danach spielen sie sehr variantenreich. Geil. Auch der doppelte Gesang beim “Refrainpart”, bevor man dann in einen richtig fetten und dunklen Doompart rübergeht. Argh!
Mit “Halo of flies” beendet man den Vernichtungsschlag. Meine Magengrube ist ausgehölt. Sehr rockig und tanzbar beginnt man den Song und bietet dazu eine trauriges melodisches Lead. Langsam schleppt man sich durch den Song und wieder ragt das Riffing hervor. Man wartet auf den finalen Vernichtungsschlag, der aber nicht kommen mag,sondern nach 3 Minuten in einen Cleanpart rübergeht und dann mit einer schaurigen Melodie doomig weitergeht und einen en depressives Lächeln ins Gesicht zaubert.
AGE OF WOE ist mit “An III wind blowing” eine bitterböse Mischung aus Death/Doom/Punk und Crust gelungen, die es in sich hat. Genau richtig für einen Sonntag vormittag. Man sitzt draussen auf der Terasse, es ist dunkel und regnet und im Hintergrund läuft der Rausschmeisser.”Halo of flies”. Minus und Minus ergibt Plus. Und so ist es auch bei uns Metallern. Düsteres Wetter und depressive und zerstörerische Musik ergibt ein Wohlfühlgefühl. Nun habe ich gute Laune! Respekt!

age-of-woe

Tracks:
1. Voices of the Unheard 03:34
2. Bad Blood 05:31
3. Kiñe Weza Kuruf Konkey 01:26
4. Heavy Clouds 06:38
5. Havens Burn to Cinder 07:13
6. Ill Winds 04:57
7. Halo of Flies 06:42

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