Necromorph – Under the flag

https://www.facebook.com/necromorphband

Erscheinungsdatum: 05.05.2016

Defying Danger Records / CD / Grindcore / Deutschland / 15 Songs / 29:43 Minuten

Ich habe neulich noch in meiner Radiosendung Mähdrescher laut gemeckert, dass es mittlerweile viel zu wenig Grindcorebands gibt, die neues und geiles Material herausbringen. Dann flatterte mir die neue Rotten Sound ins Haus und nun Necromorph. Geht doch!
NECROMORPH stammen aus Berlin und sind auch bereits seit 1995 dabei. Man brachte es bis dato auf 3 Demos, 3 Splits, einer EP und dem 2011èr Debut Grinding Black Zero, welches mir auch schon sehr gefallen hat. 5 Jahre strichen ins Land, man schloss sich den Jense von Defying Danger Records an, wechselte Line-Up und nun kommt Album Nummer 2.
5 Jahre, eine lange Zeit, da kann sich viel anstauen. Aggressionen scheinen aufgebaut worden zu sein und diese wurden alle in dieses Album gesteckt. Was willste mehr.
Wo NECROMORPH drauf steht, ist eben Grindcore drinne. Stumpf ist aber definitiv was anderes, trotz aller Raserei und Rohheit.
Los geht es mit “1/F² – Rauschen (Braunes Rauschen). Kurze Sprachansage und ab geht die grindige Rase. Schön auf die Fresse und völlig druchgedreht, sehr geil. So brauche ich es. Textlich geht es um die braunen Ratten:”Ich bin ja kein Nazi, aber”. Nach dem ersten Song ist man ja eigentlich schon fix und fertig, aber es warten noch 14 Songs. Da man schnell loslegt, geht man beim folgenden “Excrements of the sun” vom Tempo und geht etwas mäßiger zu Werke.Hier kommt die crustige Seite der Berliner zum Vorschein, die sehr geil groovt. Macht wirklich Laune und beschreibt das Album. Hinzu kommen noch sehr viele Death Metallastige Riffs und auch einige
blackige Anleihen sind zu vernehmen, so gar progressive Klänge sind zu hören. Überwiegend regiert Gevatter Blastbeat und dass ist auch gut so, wie ein Berliner sagen würde. Ich sage “Ein Leben ohne Blastbeat ist möglich, aber sinnlos” und drücke nach dem Durchhören die Repeataste, um auch die noisigen Parts richtig wahr zu nehmen.
Lecker Ding. Wie gesagt, die Krachfetischisten aus Berlin sind weit davon entfernt, stumpf zu klingen. Das neue Personal fügt sich gut ein und wer Rotten Sound auf dem Frühstückstisch stehen hat, Mittags gerne Nasum verzehrt und abends Pig Destroyer verspeist, der sollte sich als Nachtisch definitiv “Under the Flag” von Necromorph gönnen. Gerade die immer wieder eingebauten groovige Elemente machen das Album interessant und halten die Spannung aufrecht. Der Scream und Growlgesang passt natürlich hervorragend ins Geschehen und fertig ist die Krawallsuppe. Hier und da arbeitet man auch mit Effekten.Lecker Ding!
Als Rausschmeisser gibt es einen Song mit Cello, aber den müßt ihr euch selber reinziehen, weil ihr ja alle Platte kaufen sollt. Verdient hätten die Burschen und vor allem die Mucke es. Grindcore mit Verstand, aber auch mit Seele, gut durchdacht, aber volle Kanne. Handwerklich einwandfrei und zur keiner Zeit langweilig, da man mit guter Abwechslung aufwartet. All dieses spiegelt NECROMOPRH Anno 2016 wieder. Deathgrinder könen z.B. gerne auf “Freiheitszerstörer” zurückgreifen. Ein geiler Song.zu den ganzen Schnickschnack fügen sie auch noch gut vorgetragene Melodien dazu. Also wer auf Grind steht, der kommt definitv nicht an dieses Album vorbei.

Necromorph

Tracks:
1. 1f2 Rauschen (Braunes Rauschen) 01:25
2. Excrements of the Sun 02:12
3. ToxicEnviroment 01:37
4. Massendelikt 01:24
5. VEI 8 02:00
6. End in Vomit 01:03
7. Workuta 01:53
8. Zivilisationsautismus 00:54
9. Eremitenland 01:47
10. Handle the Flag 02:15
11. Nogeun-ri 02:19
12. Freiheitszerstörer 02:26
13. Zersetzungsmaßnahme 03:37
14. Perfect Day in a Perfect World 02:33
15. Cold Dead Hands 02:18

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In Demise – …behold, a pale sky

https://www.facebook.com/pages/In-Demise/15265740146531

Erscheinungsdatum: 16.05.2016

Kings of Decay / CD / Death Metal / Deutschland / 11 Songs / 35:34 Minuten

Diese Berliner Combo ist nun auch schon wieder 11 Jahre dabei, wie schnell die Zeit vergeht. Seit 2005 lärmen sie jetzt bereits im Underground herum und sind mittlerweile bei mir einen nicht bekannten englischen Label gelandet. Sie haben gerade eine Europatour hinter sich und nach drei EPs und ihrem Debut aus dem Jahre 2011 namens “Adapting to disorder” folgt nun Album Nummer 2. Wie gesagt die Band gibt es seit 11 Jahren und die Musiker sind ansonsten noch bei Bands wie Pigheads, Cerebric Turmoil, Requital und Intravenous Contamination unterwegs.
Keine Anfänger also und man könnte meinen, sie wissen , wie es geht und so ist es auch. Hier gibt es elf Mal ordentlich was auf die Glocke. In der heimischen Anlage heisst es:”Vorsicht, der ICE aus Berlin fährt ein und hat keine Bremsen am Bord”. Oder so ähnlich.
Von der EP “The Just war” hat es der Song “Cursed Words” aufs Album geschafft und dieser knallt an Position 2 ordentlich. Blastbeat orientierter brutal Death Metal mit geilen Riffs und technischen Elemente. Groovgie Parts zur Abwechslung dürfen natürlich fehlen und die Genretypische Growls braucht man ja nicht extra erwähnen, ist klar. Sie selber bezeichnen ihren Stil als progressiven brutal Death Metal und dass passt schon, aber sie übertreiben es nicht. Hier gibt es keine abgedrehten Frickelparts und cynicmäßige Cleanseqeunzen, sondern die Progressivität findet man eher bei den Songstrukturen und dem Riffing wieder. Ich würde dieses auch eher als
technisch bezeichnen.
Die Burschen sind durch die Reihe weg fit an ihren Instrumenten und bieten eben keinen 08/15 brutal Death Metal. Stumpf ist eben nicht Trumpf, ganz klare Geschichte. Die Riffs sind durchdacht und sie schaffen es, dass die Songs ansich klar und verständigt herüberkommen. Gute Sache. Bei vielen progressiven Bands verstehe ich als Nichtmusiker nicht immer, was die Protagonisten mir als Zuhörer mitteilen möchte. Brutal Death Metal muss eben brutal bleiben und auf dem Punkt kommen. Da gefällt mir eben der vorhin genannte Song: “Cursed Words” sehr gut, aber am besten “Passing through the polyhedral portal”. Dieser ist sehr straight und
zügig und wartet mit messerscharfen Riffs auf. Kurzes Gitarrenspiel vorweg und dann auf die Fresse und weiter treiben. Erinnert mich an Suffocation. Eben schön brutal!
Die mehrstimmigen Gitarren und Rhytmusvariationen beherrschen das Tagesgeschehen im allgemeinen.
Beim Opener:”Unfulfiled Exigence” wiegt man den Fan erstmal in Sicherheit mit groovigen Anfang, erhöht dann das Tempo, besonders das Drumming beherrscht hier das Geschehen, um dann am Ende wieder zu grooven. Der tiefe Gesang wird mit Screams gekoppelt. Eine gute Mischung, welche man auf dem ganzen Album wiederfindet.
Und dann wäre ja dann noch die “Progressivität”, die z.B. in den Solis wiederfindet, die man so nicht unbedingt erwartet. Auch eingestreute Melodiebögen spiegeln das Können der Band wieder. Es ist nicht alles Gold was glänzt, denn nicht alle Songs gehen mir ins Ohr, auch nach dreimaligen hören nicht und sind manchmal zu anstrengend, aber dass ist nur ein geringes Problem. Überwiegend gehen sie schön zügig und nachvollziehbar zu Werke und niemals ohne Plan. Immer wieder kleine Spielereien, wie Bassvorweg bei “Like the leech that feasts”.

In Demise ist mit “…Behold, a pale sky” ein überwiegend gutes, technisches , progressives und brutales Death Metal Album gelungen.

In demise

Tracks:
1. Unfulfilled Exigence 03:08
2. Cursed Words 03:09
3. Like the Leech That Feasts 03:24
4. An Ode to Wrath 04:20
5. Slice and Dice 02:24
6. From Imperfect Salts 02:36
7. A New Dark Age 00:34
8. …Behold, a Pale Sky (The Cancer of Superstition) 03:40
9. Passing Through the Polyhedral Portal 03:26
10. Pure Life – The Third World (at) War 03:12
11. Slowly Dissolving (Ubbo-Sathla)

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Sindrome – Resurrection: The complete Collection

http://www.sindrome.net/

Erscheinungsjahr: 04.03.2016

Century Media / CD / Thrash Metal / USA / 17 Songs / 87:43 Minuten

Hier gibt es mal etwas für die Sammpler da draussen, vor allen für die äterere Generation, die in den Achtziger schon den Thrash verehrt haben. Bei SINDROME handelt es sich um eine Combo aus Illinois, USA, die es über eine Demoband hinaus nie geschafft haben, aber absolut angesagt waren. Nach den beiden Demotapes “Into the halls of Extermination” und “Vault of Inner Conscience” aus den Jahren 1987 und 1991 wurde es ruhig um die Band. Anscheinden haben sie versucht, ein Deal mit einen Major Label zu ergattern. Dieses Unterfangen scheiterte und danach hört man nichts mehr von ihnen. Aufgelöst hatten sie sich auch nie so richtig. Century Media bringt jetzt diese Compilation heraus. Warum, weiß ich nicht. Vielleicht gibt es bald was neues zu hören. Wenn sich der Gitarrist von der Mörtley Crue Coverband “The Crüe” trennen kann, denn dort zockt er momentan. Der Basser war bei Broken Hope ( geil!!) und der Drummer hat live bei Jungle Rot gezockt. Vielleicht hören wir ja bald wieder von Ihnen. Sei es drum.
Aufgeteilt ist der Spaß auf 2 CD`s, so dass der Käufer auch wirklich was davon hat. CD Nummer 1 beinhaltet die beiden Demos und CD 2 eine Liveaufnahme.

Wenn ich micht recht entsinne, habe ich die beiden Demos sogar damals besessen, allerdings nicht als Original, sondern von meinem Kumpel Alli aufgenommen. So war das damals. Vor Armut keinen Stuhlgang, aber immer neue Tapes am Start. Egal, kommen wir zurück zu SINDROME. Lecker,Lecker,Lecker, zumindestens CD Nummer 1.
Straight forwards Thrash Metal kommt aus den Boxen, genauso mag es der Papa. Alte Schule deluxe. Die Songs sind remastert. Richtig interessant für die Freaks ist die Tatsache, dass man mit “Brought to the end” ein unveröffentliches Stück als Bonus Track dabei hat. Der Song stammt noch von der “Into the halls of extermination” Session und hat es nicht aufs Demo geschafft, reiht sich aber nahtlos ein. Schönes Ding, hat rifftechnisch so einiges von alte Death. So klang eben damals der Death und Thrash Metal. Halllastig, aggressive Vocals und keine Blastbeat, trotzdem aggressiv und brutal wie Sau, hier und da Ufftatas am Werk und ab geht das rifforientierte Machtwerk. Chicago war damals eine ernstzunehmende Hochburg und SINDROME war ein Tei davon. Natürlich klingen einige Riffs nach Slayer, ist ja klar, aber die Burschen hauen eine ordentliche Portion Death Metal und Eigenständigkeit mit hinaus. Macht Spaß. definitiv. Troy Dixler hat eine unverwechselbare Stimme und hat zum Beispiel L.G. Petrov extrem beeinflusst und auch Chris Reiffert ist ein großer Fan der Band, was soll man dazu noch sagen?
“Aortic Expulsion mit dem höllischen Gelächter am Anfang. Argh, herrlich. Ich brauche eigentlich auf keinen Song einzeln eingehen. Eine Band, die aus einer Zeit und Szene stammt, die Bands wie DEVASTATION, TERMINAL DEATH, DEATH STRIKE, ZOETROPE, FUNERAL NATION, CYCLONE TEMPLE, ZNÖWHITE, NUM SKULL, FUNERAL BITCH oder MASTER hervorbrachte, kann nicht schlecht sein, definitiv. Brett und lohnenswert.
Die remasterten Versionen klingen absolut tauglich, auch soundtechnisch.

Dieses Gefühl ändert sich schlagartig. Die 2.te CD dürfte dann wirklich nur Fans und Freaks der Band interessieren, denn Soundfetischisten sollten schnell weghören.
Die Songs wurden bei einem Livegig 1988 aufgenommen. SINDROME waren da zusammen mit DEATH auf Tour und dafür könnte man ihnen natürlich stundenlang die Füße küssen,hehe. Es handelt sich um eine Bootlegaufnahme und dementsprechend ist auch der Sound. Die Livefähigkeit der Band wird allerdings gut eingefangen. So klingen eben Achtziger Liveaufnahmen. Für einen alten Mann wie mich ein Fest und die Tatsache, dass man mit “Surrounder the Prisoner” und “Psychic Warfare” zwei völlig unbekannte Stücke geschenkt bekommt, macht so einiges de schwachen Sounds weg.

Fazit: Auch 30 Jahre nach Bandgründung zündet das Material von SINDROME wie Sau und tritt mit ordentlich in den Arsch! Für Sammler und Szenefreaks.

AnspieltipS.
Rapture in Blood , Cathedral of Ice und Aortic Expulsion

sindrome

Disc 1
1. Into the Halls of Extermination 04:01
2. Rapture in Blood 03:38
3. Precognition 04:10
4. Cathedral of Ice 04:29
5. Aortic Expulsion 03:18
6. Brought to the End 03:32
7. Descending into Madness 04:33
8. Extra Sensory Warning (E.S.W.) 06:20
9. Astral Projection 04:24
10. Against Infinity 05:37
11. Exit Screaming 03:51
47:53
Disc 2
1. Into the Halls of Extermination (live) 09:32
2. Brought to the End (live) 05:42
3. Rapture in Blood (live) 04:01
4. Surround the Prisoner (live) 06:53
5. Cathedral of Ice (live) 05:18
6. Psychic Warfare (live) 08:24
39:50

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