Harmony Dies – Indecent Paths of a Ramifying Darkness

Erscheinungsjahr – 03.03.2016

Defying Danger Records / CD – Tape / Death Metal / Deutschland / 6 Songs / 26 Minuten

Ah ja, die Berliner von HARMONY DIES. HAbe ich mich gefreut, als der Jens von Defying Danger Records mir mitteilte, dass es die immer noch gibt und sogar ein neues Album herausbringen wollen. Und nun ist es sogar soweit. Anfang der Jahrtausendwende hatte ich sehr viel mit ihnen zu tun. Eine deutsche Undergroundperle, Obersympathen vor dem Herrn und genauso Death Metal verrückt, wie ich es bin. Besonders der Kai Mertens. Kai war auch einer der ersten, den ich kennen gelernt hatte, der kein Alkohol trinkt und trotzdem bis zum abwinken mitfeierte. Ein wirklich netter Zeitgenosse, muss ich hier mal sagen, ohne schleimem zu wollen.
Seit 1992 sind sie schon dabei und waren eigentlich rechterfolgreich, was die Death Metal Szene anging. 2003 kam das dritte Album heraus und irgendwann wurde es dann still um die Combo. Besonders das Album “I´ll be your master” aus dem Jahre 2000 hatte es mir angetan. Zig mal getroffen, zig mal gesehen und dann war Schluss.Den Ulf
Binder, der die Impact eingespielt hat, hatte ich ja zwischenzeitig desöfteren wieder getroffen. Der Bursche zockt nun ja bei “Dehuman Reign” udn wir haben vor 2 Jahren auch zusammen einen Gig abgerissen.
Was soll es, nun sind sie ja wieder da und der Papa freut sich ein Loch ins ostfriesische Knie.
Nach dreimaligen Zuhören steht eines fest. HARMONY DIES waren immer Underground und werden immr Underground bleiben und sich kein Stück von ihrer Line wegbewegen.
Musikalisch setzt man da an, wo man 2003 bei Impact aufgehört hat. Die ganzen Memberwechsel scheint der Band nicht gestört zu haben, denn der brutale Metal bleibt.
Seit 2012 sind sie nun wieder so richtig am rumbasteln und wenn ich richtig informiert bin, handelt es sich quasi um die Mitglieder, die seit 1998 dabei sind. Also, man kennt sich.
Alte Männer zocken alte Mucke. Was auch sonst. Moderne Einflüsse sind natürlich nicht zu hören. Soundmäßig und Rifftechnisch bleibt man beim old schooligen und brutalen Death Metal der alten Tage. Was auch sonst. Das Hauptmerk liegt eben auf dem Riffing und dem schnellen Drums. Hinzu gesellen sich Gegrunze und Screams. Dann wechselt man wieder ins Midtempo und groovt vor sich hin. Brutaler Death Metal ist ja leider ein wenig ins Hintertreffen geraten, da ja der old school Death Metal angesagt ist wie Sau. HARMONY DIES kümmert das einen Scheiss. Gleich der Opener” Threshold to Enrage” zeigt wo es hingeht. Fix und mit guten Riffs vorsehen und Solis
dürfen natürlich auch nicht fehlen. Mein Favourit ist aber der Song “Tank HD6″. Da scheppert und schleppert es sich an allen Ecken und man wird förmlich zum bangen gezwungen durch das groovige Midtempo und die Betonung des Schlagzeugspiels. Herrlich, natürlich auch wieder mit einem Soli, muss man nicht extra sagen. Mittendrin wird eben auch das Tempo angehoben. Gitarrenvorspiel und Gas geben. Hinzu kommt der doppelte Gesang, wobei die Screams sehr hoch und krank wirken, welches am Anfangs sehr befremdene auf einen wirken, dann aber ins Gesäß knallen. Tempo wieder raus und dann grooven, bis der Notarzt kommt und wieder geht. Ein Song, der 6:26 Minuten geht, aber einen wie 4 Minuten vorkommt, kann verdammt nochmal nicht schlecht sein, würde ich sagen!.
Die 6 Songs machen eben einfach Laune, wobei besonders wert auf old schooligen Sound gelegt wurde bzw. muss man es nicht unbedingt legen, sondern es sprudelt so aus ihnen heraus. “Amored” z.B mit dem langsamen Beginn und dem folgenden , treibendem Riff, begleitet voni der Doublebass. Herrlich, zumal die Doublebass eben nicht so klinisch wie bei den meisten modernen Bands klingt. Selbst der Bass snarrt aus allen Ecken der Boxen. So mag ich es. Man groovt sich durch diesen Song so durch, mit sehr viel Druck auf den Kessel. Macht Laune.Hätte beinhae das Soli vergessen, hehe.
Allerdings muss man sagen, dass man natürlich keine neuen Riffs zu hören bekommt, ist klar, ist mir aber auch Latte, denn die Kombination und der Spielspaß macht es eben aus. Brutälität steht bei HARMONY DIES eben nicht für Geschwindigkeitsrekorde, sondern in der Intensivität. Alt, aber gut!
Sicherlich ein Manko ist die kurze Spielzeit von 26 Minuten. Denn mit “I`ll be your master” hat man einen alten Song nochmal neu aufgenommen und so liefert man quasi nur 5 neue Stücke ab, wenn ich richtig informiert bin.
Den Song “I`ll be your master” fand ich früher schon geil und wen wundert es, heute auch noch. Nur hier klingen
die Screams mir ein wenig zu krank.
Ansonsten muss man feststellen, dass die Burschen nichts berlernt haben.
Wer auf brutalen Death Metal mit sehr viel Midtempogroove und Tempowechsel und natürlich Solis mag, ist bei HARMONY DIES Anno 2016 genau richtig,
Ich bin zur keiner Zeit enttüscht worden. Ich hoffe, dass die Burschen zusammenbleiben und dann in ein oder 2 Jahren ein Album mit neun Songs oder so auf dem Markt schmeissen.
DEFYING DANGER RECORDS bringt das Teil sowwohl als CD als auch als Tape heraus. Nostalgiker können sich also freuen. Die CD ist auf 666 handnummerierte lizensiert.

Also, zuschlagen. Death Metal Victory! Am 19.02 ist in Berlin die Releaseshow

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Tracks:
01. Threshold to Enrage
02. Tank HD 6
03. Armored
04. Massive Depravity
05. I ́ll be your Master
06. Ramifying Darkness

Diskografie:

2016 Indecent Paths of a Ramifying Darkness
2003 Impact (Album, Morbid Records)
2003 Derangement (Split with Fleshart)
2002 Hybrid Manifestation (Split 7″ with
Spawn)
2001 Dying Live (Live video)
2000 I ́ll be your Master (Album, Ars Metalli)
1997 Don ́t Trust (Album, Ars Metalli)
1996 Slaughtered (EP)
1995 Promo Tape
1994 Third output of incompetence (Demo)
1993 Krisiun/Harmony Dies (Split 7″ – EP)
1992 Slope (Demo)
1992 Living Corpses (Demo)

Band:
Chris “Keksgrinder” Carl (vocals)
Kai Mertens (guitar)
Jens Herold (guitar)
Marco Obermeier (bass)
Robert Kotlarski (drums)

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Apallic – Somnium

https://www.facebook.com/Apallic?fref=ts

Erscheinungsjahr: 23.12.2015

Eigenproduktion / CD / Death Metal / Ostfriesland (Deutschland) / 3 Songs / 14:30 Minuten

Ja, Emden, die kleine, aber feine Hafenstadt mit Flair. Ca. 50000 Einwohner und bekannte Leute wie Otto, Karl Dall, Wolfgang Petersen, Henri Nannen und mehr stammen von dort. Unter anderen auch ich, hehe, aber nur am Rande. Laut bandliste.de gehört diese Stadt Metalbandtechnisch zu den Top 10 in Deutschland. Diese Seite ist zwar nicht sehr aussagekräftig, aber die Aussage hat es immerhin in die Zeitschrift “Die Zeit” geschafft. Top.
Sei es drum, aus diesem herrlichen Fleckchen Erde stammen Bands wie Vomiting Corpses, Fearer, Anasarca, Tears of Decay, ToForgive, Bestiality, Eastfrisian Terror, Weak Aside. Nur mal ein paar zu nennen, die alle dem Death Metal zuzuordnen sind. Irgendwas stimmt nicht mit der Luft hier oben und der Ostfriesentee scheint auch nicht alkfrei zu sein.
Apallich eben aus Emden gesellen sich dazu. Natürlich sind die Burschen nicht erst seit gestern dabei, besonders Gitarrist Klaas zockt seit Ewigkeiten. Bis auf Frank , dem zweiten Gitarristen zockten oder zocken sie schon oder noch bei anderen Combos wie The Damnation, Monster, Elegy Remains, Eastfrisian Terror,Mentora oder Bestiality.
Ok, soviel zum Vorgeplänkel. Ebenso wie bei den Reviews zu Anasarca und Weak Aside bin ich vorbelastet, als Emder und als Proberaumnteiler. Trotzdem versuche ich so objektiv wie möglich zu sein.
Tja, vorweg mal der Sound. Genosse Uken aus dem Soundlodge Studio hat mal wieder ein 1A Sound gebastelt. Man darf nicht vergessen, dass es sich hier um eine Eigenproduktion handelt. Dieses hört man zu keiner Sekunde. Fett, wirklich fett und passend zur Band.
Ansonsten haben die Burschen uns drei Songens mitgebracht. Witzigerweise habe ich mir erst die Lay Down Rotten “Reconquering the throne” angehört, bevor Eike ( Sänger) mir die Promo vorbeibrachte. LDR raus , APALLIC rein und huch. Geht ja soweiter. Sowohl der musikalische Anfang als auch stimmlich. Witzig. Dieses ändert sich allerdings im Laufe des Hörens, zumindestens was das musikalische angeht.APALLIC machen sie so einiges richtig und klingen sogar nicht nach anderen ostfriesischen Bands, obwohl es da auch nicht wirklich eine einheitliche Linie gibt.
Trotzdem hat man diese Art des Death Metals, welchen APALLIC vortragen, hier noch nicht gehört. Die Burschen gehen sowohl progressiv, als auch melodisch zu Werke. So wie der Bandname es verspricht, versetzen die drei Songs dem Zuhörer in ein entsprechenden “Wachkoma”. Die drei Songs klingen relativ gleich, besonders der Opener “The Awakening” und der Rausschmeisser “Deranged” . Lediglich “Mental Prison” fällt durch seinen verspielten und langsamen Mittelpart ein wenig heraus. Bei progressiven Sachen kommt es eben auf die Detailaufgaben an und diese lösen die Emder meines Erachtens sehr gut. Die Burschen warten mit guten Riffs an, auch der Bass wird in den Focus der Musik gestellt. Klingt alles sehr schön ausgetüfelt und abwechslungsreich. Und vor allem zeigen sie, dass sich “Progressiviät” nicht unbedingt in extremer Fingerfertigkeit in Form verwirtter Gitarrensolis oder achtfach ineinander verschachtelten Sonsgtrukturen wiederspiegeln muss. Nein, die EMDER haben eine gute Mischung aus Spielerei und Härte gefunden. Das Beherrschen des Saiteninstruments muss nicht herausstechen, sondern sich dem Song unterordnen und ergänzen. So sieht es aus.
Besonders loben muss man aber den Drummer Dennis, der durch sein abwechslungsreiches und variablem Spiel in allen Geschwindigekeitsbereichen absoluten Druck aufbaut. Zum Glück klingt er durch die Produktion nicht zu modern oder zu klinisch. Die drei Songs machen Laune, wobei “Deranged” ein wenig heraussticht, was ein wenig an dem Refrainpart liegen mag. Ich weiß es nicht. Zu diesem Song gibt es auf Youtube auch ein Video. Diese EP kann ich jedem Death Metal Fan ans Herz legen. Hier und da ein wenig At The Gates und hier und da auch ein wenig Disbelief. Und viel guter Laune!
Man darf gespannt sein, wie es weitergeht. Da ich aber schon neues Material gehört habe mache ich mir da keine Sorgen. Wenn sich jetzt Sänger Eike dazu überwinden kann, nicht nur bei Growlen zu variieren, sondern auch mal richtige Screams mit einzubauen, dann wäre die Wachkomawelt völlig in Ordnung.

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Tracks:
1. The Awakening
2. Mental Prison
3. Deranged

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Sabiendas – Column of Skull

https://www.facebook.com/Sabiendas

Erscheinungsjahr: 09.11.2015

Bret Hard Records / CD / Death Metal / Deutschland / 10 Songs / 43:03 Minuten

Redet man heute auf Konzerten oder Festivals mit Fans der härteren Klänge und redet man über den deutschen Underground,dann fällt immer wieder der Name SABIENDAS. Seit 2006 zocken die jetzt schon zusammen, aber die 4 Burschen und das Mädel waren ja auch schon vorher aktiv und haben sich jetzt wahrscheinlich gesucht und gefunden. Bands wie Castigate, Suffocate Bastard oder Pestlegion sprechen für sich.
Nach der EP und vor allem nachdem dem Debut “Restored to life” haben sie sehr viel live gespielt, u.a. hier bei uns in Ostfriesland. Letztes Jahr konnte ich sie auf dem Stonehenge sehen und es war richtig gut. Nun also Album Nummer 2. Erschienen ist es beim erstarkten Label “Bret Hard Records”.
Eins vorweg. Wenn Schalke so spielen würde, wie diese Recklinghausener Combo, dann würde man sie in der Bundesliga auch mal wieder fürchten.Das Debut kam ja schon gut an und das Proben hat sich gelohnt. Die Songs klingen ausgereifter und versierter. Musikalisch schielt man Richtung Amerika und geht natürlich in die alte Schiene. Hier und da fühlt man sich an die gute alte Florida Zeit erinnert. Nach einem typischen Intro legt man mit “Worse than death” ordentlich los. Eine deutsche Band, die in Richtung “Screams of Anguish” tendiert, hört man im Grunde auch nicht jeden Tag. Dabei wird nicht stumpf gekupfert und die Band “Brutality” soll nur als Richtlinie dienen. Sowohl musikalisch, als auch vocaltechnisch. Die Screams gehen aber leider ein wenig unter, ansonsten ist die Produktion schön drückend.
SABIENDAS gehen aber ihr eigenes Ding, definitiv. Sehr variantenrein, vor allem im Tempobereich zeigt man sich überall zu Hause. Mit dem Toni hat man ja auch einen guten Mann hinter dem Kasten, der alles spielen kann. Dieser zeigt sich übrigens auch für die Produktion verantwortlich. Egal, ob Blastbeast, schnelle Doublebass, langsame Doublebass, Midtempo oder groovende Parts,der Mann kann alles spielen und der Rest von SABIENDAS nimmt dieses gerne auf und liefert fette Riffs dazu ab. Gutes Songwriting ist vorhanden und somit hat man so einiges richtig gemacht. Auf Nackenbrecher muss man nicht verzichten, eben so wenig wie Geschwindigkeitsergüsse. Und Jan`s Gesang thront oben drauf. So richtig ausmachen kann man sie nicht und dass hält die Spannung recht hoch. Abwechslung pur.
. Ab und zu übertreiben sie es mit der Abwechslung aber auch und hier und da schlengelt sich mal ein nicht ganz so gutes Riff hinein. Darüber kann man locker hinwegsehen, denn der Rest ist echt fett. Im Gegenzug haben sie dann richtig geile Dinger dabei, die hängen bleiben, wie z.B bei
“Cabron Hijo de Puta”. Anchecken, definitv. Dazu die Doublebassarbeit von Toni. Lecker.
Wer auf brutalen und abwechslungsreichen Death Metal alter Tage abfährt, der sollte sich “Column of skull” reinpfeiffen. verkehrt machen kann man definitiv nichts.
Death Metal Victory, welcher an Bands wie Brutality, Morbid Angel, Malevolent Creation,Immolation und Monstrosity erinnert. Läuft!
Sabiendas

Tracks:
1. Intro 00:51
2. Worse Than Death 04:04
3. The Art of Leng Tch’e 04:02
4. Ascending the Scaffold 05:24
5. Cabrón Hijo de Puta 04:42
6. Column of Skulls 05:31
7. The Castle 04:22
8. Harbinger of War 05:03
9. Excrements of the Behemoth 04:50
10. March of the Lansquenets 04:14

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