Anasarca – Survival Mode

Erscheinungsdatum: 25.05.2017 USA – 14.06.2017 Europa

Sevared Records / CD / Death Metal / Deutschland / 14 Songs / 51:10 Minuten

Ach ja, ich bin nun Mitte vierzig und da darf man wohl mal eine Nostalgieträne verlieren. Sehr froh war ich, als Bandchef Mike vor ein paar Jahren sagte, dass er Anasarca nun endlich wieder startet und an der Gitarre meinen Freund und Mitstreiter von Tears of Decay dabei hätte.Hinzu kommt die Dampfmaschine Dirk, der dem einen oder anderen Death Metal Head ein Begriff sein dürfte. Besonders bei DESPOENDENCY hat er schon bewiesen, wie man die Blastbeats ordentlich präsentiert. Der Carsten von Truth of Blood rundet das Paket an.
Anasarca waren bis 2004 eine sehr geile Death Metal Combo aus meiner Heimatstadt Emden , die weltweit anerkannt war, zu mindestens im brutalen Sektor. Kein Wunder, bei Alben wie “Godmachine”, “Moribund” und “Dying”. Im Jahre 2015 gab es dann mit der Ep “survival Mode” ein erstes Lebenszeichen und der Zuspruch der Gemeinde war gut.

Live konnte ich sie für meine Fest “Ear Terror” gewinnen und dieses Jahr spielten sie eine Show zusammen mit Fearer, geilomat.
Bei diesem Konzert konnte man schon ahnen, wie die neuen Songs klingen würden.

Als Ostfriese hat man es in diesem Jahr eh sehr gut, denn neben der Reunion von Fearer, diesem neuen Album von Anasarca, werden die Bands Apallic, Monster und Elegy Remains auch noch was rausbringen dieses. Läuft. Sei es drum.

Nach Möwengeschnacker und einer kleiner Sequenz mit dem Begleitspruch ” Your time has come” endet das Warten und nach 13 Jahren startet das Album Nummer 4 der Emder Vernichtungsmaschine ANASARCA. Mit “Drinking Blood” macht man den Leuten schnell klar, dass man keine Gefangene macht und dass vor allem die Wartezeit sich gelohnt hat. Zum Glück hat sich der Stil der Band kein bisschen verändert und so setzt man quasi nahtlos an. Kein Wunder, denn heute wie vorher ist überwiegend der Mike für das Songwriting verantwortlich. Doch besonders erwähnen möchte ich hier den Dirk. Die Drums sind so geil,technisch auf sehr hohen Niveau. Ich hatte so eine Befürchtung, dass das Album zu schnell wird, sofern es etwas gibt, aber der Bursche kann eben auch mal drosseln und somit absolut Druck aufbauen. Respekt und schockt.

Des weiteren hat der Meister Cord Hanken einen absolut geilen Sound gezaubert. Der klingt halt wie auf den alten Scheiben, absolut druckvoll, dreckig, aber klar
differenzierend und passt wie der Kluntje im Tee. Fett. Laune, Stimmung geht bei mir gleich nach oben.

Mikes druckvoller und tiefer Gesang kommt abwechselnd mit Screams daher und knallt, Hier und da ein paar Sprachsequenzen.

Ansonsten haben sie nichts verlernt, besonders beim Songwriting nicht. Die Songs “Survival Mode” “Donner Party”,”571″ und “Schnapslegende “Blue John” kennt man schon von der EP, aber da nicht jeder im Besitz dieser ist, wurden sie zurecht mit neu aufgenommen. Zumal bei “Survival Mode” noch Kam Lee als Gastsänger gewinnen konnte.
Muss man nichts zu sagen, oder?
Einziges Manko für mich ist eben, dass es nur 5 neue Songs gibt. Dafür haben es dieses aber in sich.

Vor allem hat die Band ein Wiedererkennungswert. Melodische Leads und Riffs werden von den Drums zerstört, hinzu kommen abgehackte Riffs, die betont werden und der passende Gesang darauf. An Geschwindigkeit mangelt es definitiv nicht. Hinzu kommen dann noch schleppende Parts, die mit schöner durchgehenden Doublebass begleitet werden. Herrlich. So spielen heutzutage quasi nur Anasarca. Der amerikanische Death Metal ist klar als Vorgabe zu erkennen, wird aber durch eigene Ideen verfeinert.
Richtig geil wird es immer, wenn man mit einen melodischen Riff vorspielt und der Dirk dann alles drumtechnisch zerstört und Mike seinen Gesagng, teilweise doppelt, darauf knallert. Vor allem beim Titeltrack brechen alle Dämme. Der Song “Survival Mode” dürfte nun wirklich alle überzeugen, mit dem Refrainpart und den schleppenden, aber brutalen Sequenzen.

Den Song “Drinikng Blood” als Opener an zusetzten war genau die richtige Entscheidung, denn der Hörer wird von der ersten Sekunde mit genommen auf eine angenehme brutale Art und Weise. Aber auch Songs wie “Cannibal” (der Anfang und diese abgehackten Parts, fett), “Touching the void” oder der Rausschmeißer “Endurance” gehen diesen markanten Weg und können mich begeistern.

Klaro bin ich voreingenommen, da es ja Kumpels von mir sind und mit Steffen sogar einer meiner ältesten Freunde dabei ist, aber ich glaube, dass jeder, der ein bisschen Ahnung vom brutalen Death Metal amerikanischer Natur hat, meine Meinung teilen wird. Geiles Brett.

Nach neun Songs ist aber noch nicht Schluß. Mit “Godmachine” und “Scorn” hat man zwei meiner Faves nochmal neu aufgenommen. Oben drauf gratis noch die Songs “Paralyzed” und die Cover “Godly Beings (Obituary) und “Dogmas Ignored ( Vomiting Corpses ), die alle aus der “Dying” Zeit stammen, gepackt,

Death Metal Victory! Verdammt fettes Brett. Der Deal mit Sevared Records ist aber so etwas von verdient. Pflichtkauf.

Tracks:
1. Drinking Blood
2. Survival Mode (guest vocals by legendary KAM LEE)
3. Cannibal
4. Blue John
5. Touching the void
6. 571
7. Pacific Dread
8. The Donner Party
9. Endurance

Bonus-tracks:
10. The Weird Ways (re-recorded, from the first album “Godmachine”)
11. Scorn (re-recorded, from the first album “Godmachine”)
12. Godly Beings (Obituary coversong, “Dying” recording session)
13. Paralyzed ((old-school-tribute, “Dying” recording session)
14. Dogmas Ignored (Vomiting Corpses coversong, “Dying” recording session)

This entry was posted in Reviews. Bookmark the permalink.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *