Inquiring Blood – Morbid Creation

https://www.facebook.com/inquiringblood/?fref=ts

Releasedatum: 16.12.2016

Kernkraftritter Records / CD / Death Metal / Deutschland / 12 Songs / 41:43 Min

Ich habe dieses Review dem Rüdiger Vinschen vom REAPERZINE.DE überlassen. Danke dafür.

Wir bleiben auch zum Wochenende wieder stark Death Metal-lastig. Dieses Mal geht’s in unsere Landeshauptstadt Hannover, wo sich 2004 INQUIRING BLOOD gründeten. Die Jungs haben sich dem Old School Death Metal verschrieben und setzten ihre Ideen bereits in eine Demo, eine EP und zwei Alben um, von denen das zweite nächste Woche in die Läden kommt. “Morbid Creation” heißt das Ding und wird über Kernkraftritter Records erscheinen. Belanglosen Mist findet man bei diesem Label eigentlich nie, und so sind die Sorgen auch nicht groß gewesen, dass es bei “Morbid Creation” anders sein könnte.

Was sofort auffällt, ist die Nähe zum amerikanischen Death Metal, dessen Sound am ehesten hier rüberkommt. OBITUARY kommen einem natürlich zwangsläufig in den Sinn, doch da ist noch mehr. Am präsentesten sind bei den Jungs die Vocals, die geradezu satanistisch anmuten. Entweder sind sie extrem tief solo gegrowlt, oder aber mit blackmetallischen Screams gedoppelt, bleiben aber immer einigermaßen verständlich. Das gibt dem Ganzen einen pechschwarzen Anstrich, wenn irgendjemand Backward Messages verstecken wollte, er würde sich solche Vocals dafür aussuchen. Das Gitarrengeschraddel passt dazu ja manchmal auch wie der Arsch auf den Eimer, siehe
“Faceless” und Konsorten. Black Metal ist jedoch nicht alles, was hier verarbeitet wird, mehr als einmal zieht ein thrashiger Groove durch den Song. “Death Row” ist dafür ein gutes Beispiel, und bei “Nuclear Massacre” wird’s fast schon doomig gemächlich. Während der Gesang konstant bleibt, bringen die Äxte so ziemlich viel Abwechslung in die Mischung ein, ohne jemals zu modern zu wirken.

Besondere Erwähnung verdient auch der Bass, der gut hörbar abgemischt ist, und das muss auch so sein. Das Bassspiel trägt nicht wenig zum Gesamtbild bei, da schrummelt und schnarrt es gehörig im Keller. Der Bass ist eindeutig das gewisse Etwas in diesem Werk. Erklärt mich für verrückt, aber “Three Feet Of Carnage”, vom Klang her besonders die Eröffnung, hätte auch von SLIPKNOT sein können, bis auf Rhythmus und Vocals natürlich. Weniger markant ist das Drumming, liefert immer genau, was man erwarten würde, und kann inklusive Blasts, Doublebass und Vierviertel-Groove als angemessen bezeichnet werden. Was das Gesamtbild am Ende etwas schmälert, ist
eigentlich die Menge an gutem Death Metal, die uns in letzter Zeit angeboten wird. Da wäre es unfair gegenüber den Mitbewerbern, wenn ich die gleiche Punktzahl für eine Scheibe springen ließe, die ich besser finde. INQUIRING BLOOD machen im Prinzip nichts falsch, sind aber auch nicht so überragend gut, dass sie sich von der Masse abheben können. Meine Präferenz liegt dann auch mehr im eindeutig schwedischen Bereich mit seinen HM 2-Sägen als in Übersee. Die Eingängigkeit der typisch schwedischen Death Metal-Riffs fehlt so ein bisschen, auch wenn ich zugeben muss, dass vor allem die Basslines und der Refraintext schnell sitzen. “Morbid Creation” ist also auf
keinen Fall eine Platte, die man schnell vergisst, geht aber etwas an meinem bevorzugten Stil vorbei.

Guter Death Metal mit deutlichem Einschlag in Richtung Amerika, der außerdem ziemlich angekokelt wirkt. Wer auf hörbaren Blackened Death mit groovenden Parts steht, wird hier bedient. Besonders Bassfetischisten kommen bei dem originellen, nicht überproduzierten “Morbid Creation” auf ihre Kosten. Mich persönlich haut’s nicht um, aber INQUIRING BLOOD sollte man mal angetestet haben, wenn man mit dem Stil grundsätzlich was anfangen kann.

Tracklist:

Japanese Knife Assassin
Hell Commander
Death Row

Three Feet To Carnage
Death And Decay
Voices
Suffocation
Horsekiller
The Swarm
Stabbed By Mirror Shards
Nuclear Massacre
Faceless

This entry was posted in Reviews. Bookmark the permalink.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *