Benighted – Necrobreed

http://www.brutalbenighted.com/

Erscheinungsjahr: 17.02.2017

Season of Mist / Digipack / LP / Death – Grind / Frankreich / 12 Songs / 38:28 Minuten

Die wahnsinnigen Franzosen sind bereits seit 1998,aber lediglich der Sänger Julian ist von Anfang an dabei. Er hat schon einiges an Wechsel miterlebt und musste auch den Weggang des begnadeten Drummer Kevon Foley verkraften. Okay, der neue Mann am Bord, Romain Goulon )Raising the Veil, Spectral, Spheric Universe Experience (live), ex-Disharmony, ex-Krysalyd, ex-Logon, ex-Necrophagist, Apex, Stench Price, ex-Agressor, ex-Arsebreed, ex-Disavowed, ex-Kaoteon, ex-Monument of Misanthropy, ex-Blasphemer (live), ex-Taliandörögd (live), ex-Imperial Sodomy, ex-Scaveng’ours (live), ex-Belëf, ex-Leek Eyes, ex-Nufutic) ist auch ein Tier und somit konnte man nahtlos anknüpfen und das Songwriting fürs neue Album fortsetzen. Eine weitere schlechte Nachricht ist noch zu verkünden. Ab 2017 ist das zweite Ur-Mitglied, Olivier Gabriel, auch nicht mehr dabei. Er wird der Fangemeinde und vor allem Julien definitiv fehlen. Wirklich schade. Mit Fabien”Fack” Desgardins hat man aber schnelle einen guten Nachfolger gefunden, so dass man live wieder was reissen kann.
Ich kann nur sagen, dass ich spätestens seit der Identisick (2006) ein großer Fan der Band bin. Das Album “Asylum Cave” aus dem Jahre 2011 gehört für mich definitiv zu den besten Alben, die dieses Jahrzehnt erschienen sind.
Das nachfolgende Album “Carnivore Sublime” war auch geil, hatte aber nicht diese Hitdichte wie “Asylum Cave” und deswegen war ich sehr überrascht, wohin die Reise 2017 geht.

Gleich das kleine Schlafliedintro “Hush little Baby” zeigt wieder, wie krank dies Burschen sind und dann mit einen Ballerpart und Scream in “Reptilian” rüberzugehen. Welch geile Idee und welche Intensität. Argh! Ein Leben ohne Blastbeat ist möglich, aber sinnlos. So könnte die Devise lauten. BENIGHTED gehören definitiv zur Speerspitze, wenn es um DeathGrind geht, wobei sie irgendwie einen eigenen Sound entwickelt haben. Auf der einen Seite sind die völlig geilen Riffs und Breaks. Auf der anderen Seite das technische Drumming. Schnell, präzise und absolut zerstörend. Dieses ganze wird mit einen Ideenreichtum versehen, welches nur wenige Bands haben und vor allem auch nur wenige Bands umsetzten können. Respekt. Immer wieder werden Genrefremde Moment mit eingebaut. “Forgive me Father” z.B. kommt mit Industriellklängen daher und Beschwörungsgesang, bei “Psychosilencer” verwendte man Gangshout usw. Über allen thront aber der Gesang. Die Mischung aus Grunts, Screams und Pigs ist so geil und fett und genau richtig gesetzt und vor allem fett produziert. Die Burschen haben eine Hand dafür, Songs aufzubauen und dazu einen fetten Refrain zu schreiben, den man mitgröhlen kann. Meistens wird dieser dann eher schleppend vorgetragen und mit doppelten Gesang. Danach zerstört man wieder die schöne Atmosphäre und ballert alles nieder, was bei drei nicht auf den Bäumen ist.
Die Abgründe und die Perversität des menschlichen Daseins werden wieder einmal perfekt textlich und musikalisch umgesetzt. Auch für uns Deutsche haben sie wieder einen Song “Der Doppelgänger” mit der Abgehzeile:”Hier kommt der Doppelgänger”. Argh, Herrlich, was willste mehr. Zum Zeitpunkt des Reviews lag mir nur der Mp3 Download vor. Somit weiß ich nicht, ob der Text auf deutsch ist. Die Grunts hört man immer so schlecht heraus, hehe. Ich glaube aber , dass die Strophen in englisch sind.
Auch das kleine Vorgeplänkel bei “Monsters make monsters” klingt sehr lecker und der Song dazu ebenfalls. Hier wird aber auch gar nichts dem Zufall überlassen. Lediglich der Rausschmeißer “Mass Grave” kann nicht ganz das Niveau halten, ansonsten bietet “Necrobreed” wieder absolut derbes und geniales Zeug. Der Papa ist glücklich und zufrieden und kann die Finger nicht von der Repeattaste lassen. 38 Minuten Death/Grind in Höchstform. Ich ziehe meinen ostfriesische Windkappe, verneige mich und freue mich jetzt schon auf deren nächstes Konzert.

NECROBREED ist ein Pflichtkauf!

Tracks:
1. Hush Little Baby 01:08
2. Reptilian 03:16
3. Psychosilencer 03:31
4. Forgive Me Father 04:16
5. Leatherface 03:23
6. Der Doppelgaenger 03:48
7. Necrobreed 01:28
8. Monsters Make Monsters 03:35
9. Cum with Disgust 03:09
10. Versipellis 02:49
11. Reeks of Darkened Zoopsia 03:15
12. Mass Grave 04:50

Posted in Reviews | Leave a comment

Hate Unbound – Plague

https://www.facebook.com/HateUnbound/

Erscheinungsjahr: 17.02.2017

Inverse Records / CD / Death-Thrash-Groove / Finnland / 10 Songs / 35:15 Minuten

HATE UBOUND stammen aus der amerikanischen City Detroit, also aus Michigan. Seit 2013 zocken diese 5 Amis zusammen und sind ansonsten noch bei Sordid Circle und The vow of Sallekhana tätig.Gleich beim ersten Album konnte man einen Deal mit Inverse Records ergattern. Nicht übel.

“Baptized in Lies” , so heißt der Opener und dieser gibt ja meistens die Marschrichtung vor und ist desöfteren der beste Song der Band. So finde es auch bei Hate Unbound. Würde man diesen Song als Maßstab nehmen, könnte man von einem echt geilen Album sprechen. Wütend und zerstörerisch geht man zu Werke, absolut bangkompatibel, wenn auch sehr verspielt. Der Rest des Materials ist zwar gut, kann aber mit dem Opener nicht mithalten.
Die ersten fünf Songs bieten uns guten Death Metal, sehr grrovig und überwiegend im Midtempo angesiedelt. Aggressiv und mit Low- End Gitarren versehen. Nicht immer ganz einfach, denn sie arbeiten mit viele Dissonanzen, klingen aber durchaus brutal und kommen immer wieder zum Punkt. Hier und da werden thrashige Moment mit eingebaut und die Vocals kommen irgendwie knorrig daher, death/thrash lastig und passend. Aber dann ändert sich das Szenarium auf einmal.
Ab “Puncture” bietet man ein ganz anderes Bild. Gevatter Melodie kommt zum Vorschein. Auf einmal klingen sie ganz anders. Naja, ganz anders nicht. Death Metal ist natürlich noch das oberste Gebot, jedoch eben viel melodischer, Akkordelastiger. Der Thrash Metal Anteil erhöht sich extrem, des Gesang bleibt gleich und so teilt man quasi das Album in zwei Teile auf.
Hm, eher komisch irgendwie, nicht ganz so krass wie bei neuem Defeated Sanity, aber eben merkwürdig. Eine Mischung der Songs wäre im Interesse der Zuhörer glaube ich sinnvoller gewesen. Die Dissonanzen sind aber weiter vorhanden, auch das Midtempo bleibt aktiv. Hier und da ein geiles Riff und auch geile Uftata und weiterhin schön verspielt. Man legt schon Wert auf Technik und auch ein wenig auf Progressivität, wie ich finde.
Die Burschen haben quasi jede Band aus dem Death und Thrash Bereich als Vorbild und so ist es kein Wunder, dass man eine Mischung aus Band wie Z.B. Soreption, Battlecross, Death Angel, Venom, At The Gates, Slayer, Cattle Decapitation oder Nile heraushört. Allerdings erreicht man die Klasse dieser Band. Dafür ist das Songwriting nicht ausgereift genug und die Songs bleiben zu wenig hängen. Eher mittelmäßiges Album, vergleicht man die Flut an Bands und Scheiben, die gerade auf dem Markt sind. Anhören kann man es sich definitiv und die Produktion drückt auch und für ein Debut Album auch okay, aber gerade am Songwriting muss man noch einiges basteln, wenn man mal ganz oben mitspielen möchte. Klingt alles noch ein wenig zu verwirrt und man hat das Gefühl, die Burschen wissen nicht ganz genau, wohin die Reise gehen soll. Dieses wird die Zukunft ja zeigen.

Tracks:
1. Baptized in Lies
2. Cut
3. Suffering
4. Burn Your Idols
5. Soiled
6. Puncture
7. Plague
8. I, Martyr
9. Grey Skies
10. The Fallen

Posted in Reviews | Leave a comment

Skeletal – Dreadful life

https://www.facebook.com/skeletalband

Erscheinungsjahr: 02.02.2017

Inverse Records / CD / Death Metal / Finnland / 8 Songs / 33:11 Minuten

Aus Finnland kommen hier und da mal richtige Perlen, hinken aber im skandinavischen Vergleich hinterher. Schweden und Norwegen sind da klar führend, warum auch immer.
Sei es drum. Die 4 Protagonisten aus dem Städtchen mit dem tollen Namen “Jyväskylä” zocken seit 2007 zusammen, brachten ein Demo und eine EP heraus, konnten einen Deal mit Inverse Records ergattern und liefern nun als das Debut ab.

Death Metal steht auf der Agenda. Ohne großartiges Rumgeeier geht es zu Werke. Kein Intro oder so ein Schnickschnack, gleich auf die 12. Old school ist angesagt.
Gleich der Opener “Death Works Overtime” liefert ein feines Riffchen, welches hängen bleibt, melodiös und darüner ein schönes Soli. Sehr verspielt, aber auf den Punkt kommend. Macht Laune. Schön im Midtempo dahinschreitend wird das Material vorgetragen, um dann das Tempo mit einen schönen, schnelleren Uftata zu erhöhen. Jo, darf man durchaus machen. Sehr gutes Riffing. Ein guter Song. Schweden lässt grüßen.
“Sewers of this word” kommt auch gleich mit einen schönen drückenden Anfangspart an und wird auch so weitergeführt. Hier muss man einfach bangen. Auch hier ist das Riffing nicht neu, keine Frage, klingt aber eben nur geil. Macht Laune.
Viele finnischen oder skandinavische Musiker haben ja zig Projekte. Diese vier aber nicht. Sie konzentrieren sich ganz und gar auf Skeletal und dieses hört man auch.
Sehr viele Liebe zum Detail ist zu hören. Klaro, der schwedische Death Metal steht klar im Vordergrund, aber auch der ansonsten klassische Death Metal wird verwurzelt.
Hier und da sind auch die finnische Wurzeln zu hören ( Demigod/Abhorrence), aber eher am Rande.
Die Burschen haben sich gedacht. Schwedischer Death Metal, darüber eine verspielte und überwiegend melodische Leadgitarre, dazu atmosphärische Klänge, finnische Melancholie und kranke Growlvocals, das könnte da draußen auch andere Gefallen. Und dem ist auch so. Zumindestens gefällt es mir. Warum man ein Intro an Position vier des Albums setzt, weiß ich nicht. Klingt aber gut und der drauffolgende Song:” Downard Spiral” ebenfalls. Schöner Uftata Song mit draufgeflexter Leadgitarre und Temposteigerung herrlich.

Skeletal kommen natürlich weder an die schwedischen, noch an die finnischen Helden heran, keine Frage, machen ihre Sache aber überwiegend sehr geil. Die oben beschriebene Mischung knallt recht gut, dass Album ist gut und old schoolig produziert und das Songwriting macht richtig Laune. Old school Death Metal, der ballert.
Wer wir ich, von gut gemachten Death Metal nicht genug bekommt, der kann beruhigt zuschlagen.

Tracks:
1. Death Works Overtime 03:07
2. Sewers of This World 05:16
3. Leap of Faith 04:48
4. Life and Dread 01:50
5. Downward Spiral 03:17
6. Reaching Out 05:13
7. Ravaged 03:15
8. Return to the Grave 06:25

Posted in Reviews | Leave a comment