Yacöpsae – Gästezimmer

Veröffentlichungstermin: MCD – 2015 – MLP: 2016

http://www.yacoepsae.de/

Power it up Records / MCD – MLP / Fastcore-Powerviolence / Deutschland / 32 Songs / 13 Minuten

Seid 25 Jahren verkehren diese Hamburger Burschen bereits in der allgemeinen Szene herum und haben die ein oder andere Bühne zerlegt. Während andere ein Best Off oder so ein Krams machen, haben die Burschen sich einfach Gastmusiker geschnappt und dieses kurze Intermezzo eingespielt.
Im Booklet werden alle Musiker beschrieben und die geben kurz ein Statement dazu ab, was sie über die Band denken. Welche geile Aktion. Dieses alleine reicht ja schon de Kauf der CD und der Name “Gästezimmer” passt ja wie die Faust aufs Auge, will ich meinen.

Der Namen stammt nicht von Bruder Jakob , sondern geht auf den Nachnamen ( Jakbs”) der lokalen Band “DDL” zurück. Trotzdem passt der Opener und der Rausschmeißer namens Bruder Jakob. 45 Kinder im Alter zwischen 3 und 5 Jahren haben dieses Machtwerk der musikalischen Früherziehung sowohl auf deutsch als auch auf türkisch eingesungen. Geil.

Dazwischen liefern die Burschen uns 30 Mal Yacopsae in Höchstform ab, mehr muss da eigentlich nicht zu sagen. Das Album ist irgendwie Ruckzuck vorbei und der Fingerdruck auf der Fernbedienung fällt einen leicht. Da steht “Repeat” drauf, gedrückt und weiter geht die Tanzrunde.
Interessant find ich, dass sehr viele Frauen sich bereit erklärt haben, etwas einzusingen und beizusteuern. Yacopsae als Anlockmittel werde ich mal in der heimischen Disco probieren. Sei es Drum. Natürlich hört man nichts neues, aber Zeug, was einfach Laune macht.Weiterhin kommt aus den Boxen eine vernichtende Mischung aus Grindcore, Fastcore, Hardcore und Powerviolence aus den Boxen geballert, die noch genauso anarchisch wie vor 25 Jahren klingt. Eine Band, die aus der Hamburger Hausbesetzerszene stammt, wird zwar älter, aber im wesentlich nicht erwachsener oder wutfrei. Das Unrecht muss raus und dieses auf musikalischer Art und Weise. Wenn man dabei von Mitglieder von Bands wie Bolz`n, Razors, Dead, Holy Moses, Infest, EA 80 oder den von mir sehr geschätzten Cripple Bastards unterstützt wird, hat man nicht viel falsch gemacht.
Eine sehr gelungene MCD, die nicht nur durch die Teilnahme vieler anderer Musiker glänzt, sondern auch mit richtig geilen Songs. Kurz und schmerzlos auf die Fresse.

25 Jahre Yacopsae. Man agiert im Sinne von Ambex:” No gods, no masters! Nevertheless”! Auf die nächsten 25 Jahre.

Und ganz ehrlich – dieses Zeug durfte auch nur bei Power it up Records erscheinen….Danke, Tom!

Tracks:
1.1. stonehange
1.2. strom
1.3. adrenalin
1.4. drill
1.5. borba
1.6. control
1.7. invocation
1.8. fuck off
1.9. guerra
1.10. breed
1.11. individium
1.12. filth
1.13. fatcat
1.14. wald
1.15. bruder
1.16. bahnsteig
1.17. erase
1.18. häutigam
1.19. satan
1.20. against
1.21. besteck
1.22. vita
1.23. frank
1.24. black
1.25. was
1.26. watz
1.27. nightmare
1.28. war
1.29. wunden
1.30. barbar
1.31. afternoon
1.32. bizarre

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Encrypted – The Purge

https://www.facebook.com/encryptednrwdm

Erscheinungsjahr: 20.03.2017

Star Spawn Society / CDEP / Death Metal / Deutschland / 4 Songs / 23:15 Minuten

Mein Kollege Hacker vom geilen Magazin Unholy Terror ( leider nicht mehr aktiv) hat ein neues Label am Start und kümmert sich wie gewohnt um den einheimischen Underground, überwiegend dem aus NRW. Dort brodelt es ja immer noch, was man auch beim gut besuchten NRW Deathfest mitbekommen kann. Das AZ Wermelskirchen bleibt ein guter Anlaufpunkt für Bands aus der Region. Sei es drum. ENCRYPTED zocken seit 2012 zusammen und bringen nun nach zwei Demos aus den Jahren 2013 und 2016 ihre erste EP heraus. Eine Zwei Mann Kapelle ( T.666 und sacrifilus) Onkel Hacker unterstützt sie dabei gerne

Wer Gevatter Hacker kennt, weiß, dass es sich bei ENCRYPTD um eine Death Metal Band handeln muss uns so ist es natürlich auch. Allerdings haben die Burschen die Band gegründet, um eine Mischung aus Black und Death Metal zu erzeugen.

Und so knallt auch gleich “Oppose” mischmäßig aus den Boxen. Sehr rifflastig und düster geht man zu Werke, gibt sowohl Hackengas als auch Schlepptempo. Im Vordergrund steht immer das Riffing, der Gesang schön tief aus der Ecke kommend, klingt mehr oder wenig wie ein Beiwerk. Am Ende nimmt man das Tempo fast ganz raus und geht schon fast doomig vor und ballert darüber wieder ein dunkles Riff.
Produktion ist sehr undergroundig, dunkel, ehrlich und erdig und könnte hier und da ein Stücken kraftvoller sein. Definitiv aber passend zu der diabolischen Mischung aus Black und Death Metal.

Mit Doomed bietet man uns fast 8 Minuten an. Der Songs beginnt sehr schleppend und baut sich dann auf. Soli darf natürlich nicht fehlen. Mir persönlich ist das aber zu lang, aber dass habe ich quasi fast immer, wenn die 5 Minuten überschritten werden.

Was die Burschen verinnerlicht haben, ist das Verarbeiten und Herüberbringen von atmosphärischen Klängen. Während das Riffing nicht neu ist und das Songwriting mich nicht immer ganz überzeugen kann, brillieren sie mit den atmosphärischen Parts und den Tempiwechsel. Gerade das düstere Riff mitten drinne bei Doomed kann Gänsehaut erzeugen. Manchmal klingt das alles noch wild und ungestüm, dann wieder beängstigend und bedrohlich. Hat definitiv was.

Auffallend ist. Umso länger das Album, desto schleppender und bedrohlicher der Sound, umso geiler die Songs. Oppose geht noch recht fix und meines Erachtens auch belanglos zu Werke. Die drei Nachfolger sind da wesentlich reflektierter und langsamer und können mich mehr begeistern und machen Lust auf ein komplettes Album.

Guter Death/Black mit Aussicht auf Fleischwölkchen, äh, mehr. Bin mal auf ein ganzes Album gespannt. Guter Einstieg von der Band und vom Label.

Tracks:
1. Oppose 03:52
2. Doomed 07:48
3. Era of Nothingness 04:44
4. Order of Purity 06:51

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Xternity – From Endless depravity

https://www.facebook.com/xternitymetal

Erscheinungsjahr: 04.11.2016

Aural Attack Production / CD / Black – Death – Thrash Metal / Deutschland 7 10 Songs / 48:16 Minuten

Aus Gronau und aus Münster stammen diese 5 jungen Burschen, die zusammen seit 2012 musizieren und fleißig am proben sind, denn bis dato konnte man ein Demo, ein Full Length und ein Album ( 2015 ) herausbringen. Einen Deal mit Aural Attack Productions konnte man auch ergattern und so liegt mir jetzt Album Nummer 2 vor.

So ganz genau wissen die Burschen nicht, wohin die Reise geht, dieses wird gleich beim Opener “Invasion`44″ klar. Und wenn man mehrere Stile mag, kann man diese ja auch gut miteinander verbinden. Die Musik selber ist schwierig zu beschreiben. Der Hauptaugenmerk der Deutschen liegt sicherlich im melodischen Death Metal, allerdings wird dieser immer wieder mit bösen, schwarzangehauchten Parts ergänzt und erweitert. Klingt gut, ist es es auch gut, allerdings bleibt am Ende des Tagen wenig substanzielles übrig. Dabei machen die Burschen ihre Sachen wirklich gut. Während die ersten drei Songs gut sind, aber irgendwie so am mir vorbeiziehen, bieten die
nachfolgenden Songs:”Spear behind disguise” und “Das Menschenvolk” richtig geiles Material. Gute Riffs, definitiv. Vor allen dann, wenn sie die melodische Keule herausholen, klingen sie richtig fett.

“Gods of Greed” verbinden eben genau die Vorlieben der Band, auch thrashige Einflüsse sind zu vernehmen. “Gilles de Rais” ist
eher was für Freunde des gepflegten Grooves. Hier kann man ordentlich seinen Kopf schütteln und Liebhaber des Midtempo Death Metals kommen hier absolut auf ihre Kosten.
Das nachfolgende “Kingdom come`S slavery” zieht dann wieder so an mir vorbei und mit “In Callousness we rot” enden die 48 Minuten. 7 Minuten dunkles Vergnügen. Schön rasend angefangen. Melodie und Black Metal passen hier schön zusammen und klingen ein wenig nach Marduk, auch wenn die drummende Raserei ein wenig fehlt. Der einsetzende schleppende Part lädt gut zum bangen an, die Screams darauf sind lang gezogen und passen. Nicht neu, aber eben ein guter Song, der trotz seiner sieben Minuten mir nicht zu lange vorkommt.Der Rausschmeißer ist irgendwie so der Song, der am meisten hängen bleibt. Liegt wohl an dem melodischen Riff. Und die guten Tempiwechsel. Hier wird die dunkle Seite der Melancholie und die Härte des melodischen Death Metals zu einer gelungenen Einheit vermengt.

Überhaupt passt der wechselnde Scream/Grundgesang ganz gut ins Tagesgeschäft. Klingt passend und wird richtig eingesetzt.
Die Produktion des Spaßes ist gut drückend und passt ebenfalls

Die Repeattaste zu drücken fällt mir nicht schwer, aber auch beim zweiten und dritten Mal hören, komme ich zum selben Ergebnis.

Guter, eingängiger und melodischer, blackened Death Metal, der mich aber nicht ganz überzeugt, aber definitiv nicht schlecht ist, keine Frage.

Tracks:
1. Invasion’44 06:06
2. Necromantic Prophecy 03:37
3. Black Stars Paled Stripes 04:17
4. Spear Behind Disguise 05:07
5. Das Menschenvolk 03:40
6. From Endless Depravity 03:19
7. Gods of Greed 05:06
8. Gilles de Rais 05:17
9. Kingdom Come’s Slavery 05:05
10. In Callousness We Rot 06:41

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