Ophis – The Dismal Circle

https://www.facebook.com/Ophis-113159458768736/

Erscheinungsjahr: 27.10.2017

F.D.A.Records / CD – DLP / Doom-Death / Deutschland / 6 Songs / 63:01 Minuten

Aus Hamburg kommt ja bekanntlich eine streife Brise, aber auch sehr dunkle Wolken. In letzteren scheint dieses Quartett aus der Hansestadt geboren zu sein. Seit 2001 ist die Schlange ( griechisch:”Ophis”) unterwegs, brachten bis dato 3 Alben heraus und wurden von Jahr zu Jahr bekannter. Seit 2016 ist mein Kollege Steffen von Cryptic Brood /Dissouled mit am Bord, ein Deal mit F.D.A.Records kam zustande und nun wurde es Zeit für das vierte Album.

Ja, das ist schon geil und irgendwie witzig. Die Hamburger Jungs hatten wir auf unser Coast Rock Festival eingeladen und die Frage, ob es schon die neue CD geben würde, mussten sie mit nein beantworten. Kurz überlegt und festgestellt, dass ich doch die CD einen Tag vorher von F.D.A Records im Briefkasten hatte. Ja, man muss Prioritäten setzen und so hatte ich die CD wieder vor der Band, hehe. SO muss das sein. Reinhören konnte ich nicht, dafür aber ja live bewundern

Ich muss zugeben, dass die Burschen live ziemlich geil waren, obwohl mir der Sound ein wenig nach ein gewisser Zeit zu anstrengend wird, also live,
Sei es drum. Los geht es, der Weltuntergang kann kommen und ist kaum aufzuhalten. Sofern man diesen Klängen lauscht.

Das Album kann man in einem Rutsch beurteilen, denn die Songs sind ähnlich gleich aufgebaut und ähnlich hart zerstörend. Hier wird aus jeder Ecke der Boxen gekrochen und sämtliche Geschwindigkeitsrekorde gebrochen, nach unten hin. Dieses dürfen andere machen. Ophis stehen für langsame Vernichtung.

Der Opener “Carne Noir” kommt so zäh aus den Membranen, dass man quasi die Knochen knacken hören kann.

Eine Mischung aus Doom Metal und Death Metal, die einfach knallt. Jeder Song für sich. Auf Dauer für einen DeathGrinder anstrengend, aber die morbide Atmosphäre, die diese 6 Songs übertragen, wird zu jeder Zeit des Albums spürbar.

Das Tempo wird schon “slow” gehalten, damit auch keine Hoffnung fürs Entkommen aufkommt. Diese wird im Keime erstickt. Sofern man mal das Tempo erhöht, bewegt man sich im Midtempobereich. Das muss reichen, bringt aber trotzdem eine gelungene Abwechslung, wie ich finde.

Zu der akkustischen Musikgewalt gesellen sich die richtig tiefen Vocals, die den Killingauftrag abrunden und melancholisch ersetzen. Hier und da werden die Vocals variiert, sowie am Ende bei “Engulfd in white Noise” . Die Verwendung der Cleanvocals lassen teilweise Erinnerung an Type o Negative wach werden.

Die getragene, melancholische Melodie, die hin und wieder auftauchen, fühlen einen an die gute , alte Doom/Death Zeit erinnert. Zu der Zeit, als der Doom nicht vom Sludge besessen wurde, sondern eben vom Death Metal. Als Quelle muss man da frühe My Dying Bride erwähnen, definitiv. Anonsten sind natürlich Einflüsse wie Paradise Lost, Anathema oder Cathedral vorhanden.

Fazit: Jeder, aber wirklich jeder, der sich zum Doom und Death Metal langsamer Klänge hingezogen fühlt, wird sich dieses Album zulegen müssen. Melancholisch aggressiv, gut.

Tracks:
1. Carne Noir
2. Engulfed In White Noise
3. Dysmelian
4. The Vermin Age
5. Ephemeral
6. Shrine of Humiliation

Posted in Reviews | Leave a comment

Endseeker – Flesh Hammer Prophecy

https://www.facebook.com/endseekermusic/

Erscheinungsjahr: 20.10.2017

FDA Records / CD-LP_Download / Death Metal / Germany / 10 Songs / 42:03 Minuten

Jo, diese Sickos aus Hamburg dürften jeden Death Metal Fan in Deutschland mittlerweile ein Begriff sein, denn seid ihr Gründung spielen sie sich echt ihren Allerwertesten ab. Nicht weil sie es müssen, sondern weil sie einfach Bock drauf haben. FDA Records war von Anfang an dabei. Mit der EP “Corrosive Repulsion” haben sie die Meßlatte auch für sich selber sehr hoch gelegt und nun kommt also endlich das Debutalbum auf dem Markt.

Nach dem ich auf dem Coast Rock Festival am letzten Samstag (30.09.2017) schön dem old school Death live lauschen konnte, mit Rotten Casket und den genialen Interment, kommt mir dieses Album genau recht. Obwohl die Burschen sich Bolt Thrower ausgesucht haben, um eine Coverversion aufzunehmen, klingen sie sogar nicht nach den Brexissound, sondern fröhnen weiterhin schön dem Dödsmetall. Einmal In Hamburg auf die Fähre, die Elbe hoch, Nordsee und zack, schon ist man in Schweden. Und diese
Nähe wird zu jeder Zeit spürbar.

Schon beim Intro “Into the Fire” fühlt man sich an glorreiche Tage vo Entombed und Dismember erinnert und mit “Flesh Hammer Prophecy”
setzt man diesen Weg vor. Der Song hat eben alles, was die Stockholmschule zu bieten hat. Die Burschen haben dort ihr Abitur gemacht. Brutal, schnell, atmosphärisch, eingängig, aggressiv und natürlich mit dem entsprechenden Gitarrensound ausgestattet,so wie der Papa es mag.

Nun, mag man sagen. Kenne ich schon, hab ich schon mal gehört und dieses ist wahrscheinlich auch so, aber den old school Death Metal muss man nicht neu erfinden, sondern einfach nur spüren, gut aufbereiten und genießen. Zu jeder Zeit des Albums spürt man die Leidenschaft und die Freude der 5 Hamburger Jungs, die zwar erst seit 2014 zusammen muszieren, aber vorher schon alle Erfahrungen in anderen Bands sammeln konnten oder noch können ( Dark Age, Buried in Black, Agares, Mephistoteles, Devastator)
Kollege Lenny, der oll Brüllwürfel und Frontman der ebenfalls aus Hamburg stammenden Band Devastator, kotzt sein innerstes nach außen und es macht einfach nur Laune, ihm zuzuhören.
Dieses gilt natürlich auch der Instrumentenfraktion. Denn trotz der Limitation der Musikrichtung bemüht man sich mit Erfolg um Abwechslung. Neben den typischen schwedischen Argumenten hört man auch britische Klänge ala Bolt Thrower (Powder Burns ) und auch Freunde von Cannibal Corpse dürfen sich über einige amerikanischen Zitate freuen.
Der Fokus liegt aber zu 90 % auf den guten alten schwedischen Sound und das ist auch gut so.

Ich kann da auch nichts verwerfliches dran finden. Seine Helden fröhnen und eigene Ideen mit einbauen? So soll es sein, wie ich finde.

Ich will hier auch keinen Song herausnehmen, denn das Album ist durchgehend zu empfehlen.

Die Produktion (gemischt und gemastert in den Chameleon Studion / Hamburg von Eike Freese ) und das geile Cover des koreanischen Zeichners Albert Che reihen sich ein und runden das geile Gesamtpaket an.

Für alle Freunde des old school Death Metals ein Pflichtkauf. Endseeker beweisen, dass sie zurecht hoch gehandelt werden und reihen sich ein . Death Metal aus Deutschland ist schon länger ernst zu nehmen. Deserted Fear, Lifeless, Revel in Flesh, Discreation, Slaughterday, Weak Aside , Incarceartion und wie sie alle heißen. Endseeker ist definitiv ein fester Bestandteil dieser Szene. Als Gastsänger konnten sie Marc Grewe (Morgoth) gewinnen, nur am Rande.

Wieder einmal heißt es.”Death Metal Victory”.

Tracks:
1. Into the Fire
2. Flesh Hammer Prophecy
3. Demon Spawn
4. Malicious Instinct
5. Worshipping the Bloodthirsty
6. Feasting on the Decomposed
7. Shredding your Graven Image
8. Black Star Rising
9. Powder Burns
10. Possessed by the Flame

Posted in Reviews | Leave a comment

Insurrection – Extraction

https://www.facebook.com/insurrectionmetal/

Erscheinungsdatum: 06.10.2017

Galy Records / CD / Death Metal / Kanada / 10 Songs / 39 Minuten

Seit 2003 sind diese Burschen aus Quebec schon unterwegs, sagen mir aber nicht wirklich etwas. Kanada ist ja dafür bekannt, immer wieder einmal gute Extrembands herauszuhauen, sowie Cryptopsy, Kataklysm oder Neuraxis. In den ersten fünf Jahren haute man 2 demos heraus, bevor 2008 dann das Debutalbum herauskam. Mittlerweile haut man das vierte Album raus, wieder via Galy Records.

10 mal Death Metal, aber nicht so altbacken, wie man es dato an jeder Ecke hört, sondern recht modern. Das fängt beim Sound an und hört beim Riffing auf. Allerdings so modern dann auch wieder nicht, denn es ist schon lupenreiner Death Metal. Produziert wurde der ganze Spaß bei Pierre Rémillard – Wild Studio (Cryptopsy, Voivod, Krisiun, etc.) Der Sound drückt ordentlich.

Der Opener “System failure” zeigt uns gleich, das Kanadier nicht nur eine eigene Sportart ist, sondern auch eine eigene Spielweise haben. Irgendwie haben die etwas im Grundwasser, so dass die immer irgendwie technischer zu Werke gehen müssen. Fast alle kanadische Bands, die ich in meinen fast 30 Jahren Metaldasein kennen und schätzen gelernt habe, haben diesen Anspruch an sich. Dabei vergessen sie aber nicht, das Songwriting geradeaus zu gestalten.So ist es auch bei Insurrection. Die Drums knallen, die Riffs sind knorrig und die Vocals sind teilweise schon bestialisch, natürlich am Growlen wie Sau.Dabei legt man hier Wert auf Druck und nicht auf Geschwindigkeit.

“Onward to Exticntion” zerstört einen durch eine raffinierte Mischung aus Thrash Metal und melodischen Death Metal.

“Pull the Plug” geht da schon eher in die old school Death Metal Ecke, sehr schwer und heavy. Der Song hat einen tranceähnlichen Part inne, der sehr melodisch daher kommt und dem man leicht verfällt.

Während man die ersten drei Songs im englischen vorgetragen hat und man das Tempo eher Midtempolastig gestaltete, ändert man ab dem 4 Song die Marschrichtung.
Nun gibt es französischen Gesang. Heftig. Anscheinend ist die Sprache härter, denn auch die Musik wird aggressiver und schneller.
“Le Prix a Payer” sollte da unbedingt erwähnen werden. Eine geile Mischung aus Death und Thrash Metal, sehr viel Wechsel, sehr technisch und sehr aggressiv. Schöne Tempiwechsel. Geht absolut ins Mark.
Danach kommt man wieder zum englischen, mit “The Eulogy of hate” und “Parasite” . Harte Beats, Solis und melodische Parts werden einen um die Ohren geknallt.

Die beiden französischen Songs “Le Pesant Dòr” udnd “Miisere Noire” folgen und setzen den Härtegradr von “Le prix a payer” fort.Alles natürlich auf technisch hohem Niveau, keine Frage. Auch der teilweise doppelte Gesang drückt ordentlich.

“Assassins” groovt so vor sich hin, nimmt dann aber schön Fahrt auf, allerdings nimmt der mich irgendwie nicht mit so auf die Reise.

“Data Extracted…End Transmission” ist der Rausschmeißer ins von Anfang an ein schleppendes Monster und Bruno Bernier (Oblivion) ließ es sich nicht nehmen, Gastvocals abzuliefern. Besonders erwähnenswert sind hier die Drums, die sehr verspielt und technisch anspruchsvoll klingen. Der Song hat etwas atmosphärisches und beinahe schon episches. Die langsame Grundgeschwindigkeit steht ihnen auch gut und das melodische Riffing klingt hervorragend. Fetter Abschluss.

Mit “Extraction” ist INSURRECTION ein gutes Album gelungen. Technisch auf hohem Niveau und irgendwo zwischen Death und Thrash Metal liegend. Die Songs grooven ordentlich und sind sehr druckvoll und aggressiv. Mir ist das teilweise zu überladen, obwohl die Burschen nie den roten Faden verlieren. Anchecken.

Tracklisting:

01. “System Failure”
02. “Onward To Extinction”
03. “Pull The Plug”
04.“Le Prix à Payer”
05.“The Eulogy of Hatred”
06. “Parasite”
07. “Le Pesant D’Or”
08. “Misère Noire”
09. “Assassins”
10. “Data Extracted … End Transmission” featuring Bruno Bernier (Obliveon)

Posted in Reviews | Leave a comment