The Arson Project – Disgust

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Veröffentlichung: 07.04.2017

Power it Up Records / LP / Grindcore / Schweden / 11 Songs / 22:57 Min

Der gute, alte Tom. Ein Freak, ein Szenetyp , ein positiver Extremist. Die Rede ist vom Chef des Labels Power it up Records. Im Zeitalter von digitaler Musik, Downloadhyperspeed, Progressivität und was nicht noch alles , hält er an seiner Mentalität fest und bringt schön weiterhin Krach heraus und dieses in Form von EP`s oder LP´s. Sehr geil. Wenn man dann noch als Reviewer eine LP bekommt, geht man steil durchs heimische Wohnzimmer, denn wer sehnt sich nicht zurück. Damals, wo ich noch jung war. Egal. Das Label und somit jede Band hat schon mal 2 Nostalgiepunkte von mir. Egal, was kommt, hehe.

Die Band The Arson Project aus Schweden, die seit 2005 aktiv ist, dürfte den Szenekenner durchaus bekannt sein, auch wenn Veröffentlichungstechnisch erst ein Demo, eine EP und eine Split mit Noisear am Mann gebracht werden konnte. Live hat man die Band aber sicher schon gesehen oder zumindestens den Namen gelesen. Neun Jahre nach der MCD “Blood and Locust” ( sehr geiles Brett) kommen sie also nun mit einem Full Length daher. Die Band stammt zwar aus Schweden, ist aber keine weitere
Inzestgemeinde, lediglich Gitarrist Elis spielte schon in mehreren Combos ( Birdflesh (live), ex-Esoteria, ex-Icons of Horror, Blind Unit, Fekal Vomering, ex-Abrakadabra). Basser William war noch bei Inverted Cross und Niklas und Oscar konzentrieren sich voll auf TAP. Warum das Debut nun erst kommt, weiß ich nicht.
Gut Ding will Weile haben und muss denn auch vernünftig präsentiert und auch produziert werden. Aufgenommen wurde der Spaß in den legendären Audiosiege Studios in Portland, zusammen mit William Blackman ( Victims, Gadget). Da hat der Tom aber paar Euro aus der Portokasse locker gemacht. Aber hey, wenn es sich lohnt. Und dieses hat es sich auf jeden Fall.

The Arson Project agieren in der Tradition von Bands wir Cursed, Dead in the Dirt oder Masakri. Eine Mischung aus Hardcore und Grindecore kommt aus den Boxen geballert. Sicherlich nicht neu, aber sehr intensiv, kurz und schmerzlos.

Beschwert man sich im Speedgrindcore über Abwechslung und Stumpfheit, so muss man TAP unterstellen, dass sie ganz andere Wege gehen. Zwar stehen auch hier natürlich D-Beat und Blasts auf der Agenda, aber ehe es dreimal klingelt, wird auch mal doomige Klänge zu hören sein. Auch bei der Länge zeigt man sich variabel und so hört gibt es ganz kurze Schmankerl (Blood of the shovel, To the Gallows), aber auch längere Reisen, wie das 4 minütige “Downward Spiral”.

Die Burschen haben es auch auf Nasum Tributalbum geschafft und dieses nicht ohne Grunde. Die Landsmänner schimmern an allen Ecken und Kanten durch, natürlich auch Napalm Death und wenn es richtig dreckig wird, auch Motörhead, ohne das es rockig wird.

Im Grind sind ja schon 23 Minuten ein Full Length und zu keiner Zeit wurde mir langweilig, weil die Burschen eben das Tempo variieren und auch sehr hardcorelastig vorgehen, was mir ansonsten nicht zusagt, aber im Falle von “Disgust” echt positiv auffällt. Produktion ist passend und so macht “Disgust” absolut Spaß. Vinyl ist noch eben ein Stück geiler, da hört das Auge mit.
Sogar ein wenig atmosphärish und apokalyptisch gehen die Burschen ans Werk. Der Untergang kann kommen. Hoffentlich habe ich dann dieses Album auf dem Teller. Im Mai sind die Burschen mit Teethgrinder zu sehen, ich bin mal gespannt. Mit dem Album im Gepäck braucht man sich keine Sorgen zu machen.

Tracks:
1. Blood on the Shovel
2. Buried in Concrete
3. Raped Minds
4. Nuclear Fallout
5. Nothing
6. From the Pits
7. Downward Spiral
8. To the Gallows
9. Hail Armageddon
10. Forgotten Graves
11. Degeneration

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