When Icarus Falls – Resilience

www.whenicarusfalls.com

Erscheinungsjahr: 21.04.2017

Czar od Crickets Prodcution / CD + LP / Heavy Post Metal-PostHardcore / Schweiz / 5 Songs / 41 Minuten

Das Label Czar of Crickets hat in den letzten Jahren einiges herausgebracht, was man nicht gerade als mainstreamig und massentauglich bezeichnen könnte. Außerdem kümmern sie sich gerne um Schweizer Bands und das ist natürlich als Schweizer Label vernünftig.
WHEN ICARUS FALLS wurde im Jahre 2007 gegründet und wurden von einem dunklen Universum gesendet, um die Menschheit ihre musikalische Ansichten näher zu bringen.
Im Jahre 2009 erschien das Debut namens “Over the frozen seas” und mittlerweile ist man beim vierten Album angelangt.

Wie oben schon erwähnt, machen die Burschen aus Lausanne es einen echt nicht einfach, denn die Musik ist nichts für Freunde der eingängigen oder schnellen Klänge.

Ich gebe zu, dass ich mit den recht langen Stücken echt so meine Probleme habe, wobei der Opener “one Last stand” echt sehr bedrohlich und dunkel aus den Boxen gekrochen hat und einen irgendwie in einen musikalischen Rausch versetzt. Psychedelisch, dunkel und verträumt. “Into the storm” setzt da nahtlos. Irgendwie muss man sich fallen lassen, da die Parts recht lange sind und ein Riff öfters lang gezogen wird, allerdings meistens mit kleinen Änderungen. So verfällt man in eine Traumwelt und in eine Starre. Das Tempo ist meistens gleichbleibend Langsam und kriechen, aber nicht doomig im originalen Sinne. Die Musikrichtung muss man wohl als Post Rock, Post-Heavy Metal, Post Hardcore bezeichnen. Da gibt es Ausflüge in dn Blues Bereich, Trips in die Elektro Ecke, die aber zum Glück nicht überwiegen und auch jazzige Reisen dürfen natürlich nicht fehlen.
Das ganze geht schon beinahe in diese transzendentale Ecke. Es entstehen Bilder und Filme im Kopf, die eigentlich nur den gering eingesetzten Gesang zerstört werden, denn der ist recht aggressiv, wie z.B. bei” Into the storm”. Beim Genuss der Musik muss ich irgendwie an die Hippies denken. Haben sie sich so nach dem ersten Schuss gefühlt und nach dem Lesen von Hesse`s “Steppenwolf”? Sicherlich wäre dieses Album damals eine gute Begleitmusik gewesen.

Wer nach den Genuss dieser Musik positive Gefühle entwickelt, der sollte dringend zum Psychiater. Hier ist alles schwermütig, zerstörerisch und bedrückend. Allerdings würde ich nicht von depressiv sprechen wollen. Die Burschen nehmen die Seelenschmerzen von sich und setzen diese in musikalischer Hingabe um. Leiden des Leiden wegens.

Die Burschen haben sowohl in Europa und China getourt. Ich kann mir das aber irgendwie nicht vorstellen, nach solchen Songs abends noch gemütlich 10 Biere an der Bar zu vertilgen, hehe. Aber Übung macht den Meister.

Resilience und vor allem der gleichnamige Song ist schon echt starker Tobak, muss ich sagen. Aber so länger das Material läuft und so mehr kann man sich fallen lassen und sich auf die Reise einlassen. Kein Zeug für den Mp3 Player , kein Zeug fürs Joggen, sondern Musik für düstere Novemberabende in der ostfriesischen Landschaft. Ich bin in der Materie nicht so zu Hause, aber hier und da habe ich schon psychodelisches Zeug gehört und ich muss sagen, da sind diese 5 Songs ganz oben, da sie nicht zu kompliziert sind, sondern trotz ihrer technischen Ansprüche und Schwermüdigkeit recht einprägsam sind. Wer die cleanen Parts bei Nailed to Obscurity mag, der sollte sich dieses Album zulegen. Für Fans von Isis, Cult of Luna oder Dead Can Dance.

Tracks:
01. One last stand
02. Into the storm
03. The lighthouse
04. Resilience
05. A blue light

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